Aachen: Reitturnier-Macher satteln neue Medien

Aachen: Reitturnier-Macher satteln neue Medien

Ganz bequem von zuhause aus am Computerbildschirm seinen Sitzplatz beim CHIO Aachen anschauen - das kann der Besucher ab sofort per 3D-Panorama. Ist der Platz einmal begutachtet, ist der Online-Ticketkauf nur ein paar Klicks entfernt.

„Wir visualisieren ein Preis-Leistungs-Verhältnis”, erklärt Geschäftsführer Daniel Maaßen von der Berliner Firma „begehungen.de”, der das 3D-Konzept mitentwickelt hat. Wieviel Platz habe ich zum Vordermann, wie gut kann ich Springparcours oder Dressurplatz von meinem Sitz aus sehen und wie sieht die Reihe hinter mir aus? All das ist nun auf der Homepage des CHIO für den interessierten Besucher zu entdecken. In der 360 Grad-Ansicht besuch- und erlebbar sind das Spring- wie auch das Dressurstadion.

Rund sechs Monate Arbeit stecken in dem Projekt. Wer mag, kann sich seinen potenziellen Platz aussuchen und per „Pano-Card”, also ähnlich einer elektronischen Postkarte, die virtuelle Sicht per E-Mail an Freunde verschicken.

„Sport wird immer globaler”, erklärt Michael Mronz, Geschäftsführer der Aachener Reitturnier GmbH (ART). „Auch technisch müssen wir als CHIO innovativ sein.” Die Zahl der Besucher, die ihr Ticket für das Turnier online einkaufen, habe sich in den letzten zwei Jahren nahezu verdoppelt. Daran müsse man sich anpassen. Das bedeutet aber nicht nur auf der CHIO-Homepage, sondern auch Präsenz zeigen bei Twitter oder „Facebook”. Inzwischen hat das CHIO Aachen allein im sozialen Netzwerk Facebook bereits 23 000 Fans.

Neben dem 3D-Ticketing wird es aber in Zukunft noch mehr technische Innovationen geben, die das Reitturnier begleiten. Eine neue „CHIO-App” wird in den nächsten Tagen verfügbar sein und kann dann per I-Pad oder I-Phone genutzt werden.

Neben virtuellem Parcours, einer Bildergalerie und den Starter- und Ergebnislisten, die auch auf der Homepage zu finden sind, gibt es aber ein paar zusätzliche Funktionen, die dem App-Nutzer zur Verfügung stehen. Er kann die Biografien der Reiter abrufen und sich elektronische Autogramme holen: Trifft er einen der Stars, so muss dieser nur mit dem Zeigefinger seine Unterschrift auf das I-Pad streichen und eine elektronische Signatur entsteht.

Ein weiteres Gimmick ist ein Online-Tippspiel und zusätzliche immer aktuelle Informationen. „Gerade während des Turniers sind viele Leute online und wollen wissen, wie die Ergebnisse im anderen Stadion sind”, erklärt Carlo Blatz, Geschäftsführer der „Interactive Pioneers” aus Aachen, die die „App” entwickelt haben.

Außerdem soll während der einzelnen Prüfungen ein „Sieger der Herzen” durch die Zuschauer wählbar sein. Interaktiv in den Sport eingreifen können, das sei etwas Positives für den Zuschauer, meint Mronz. Einen Rundumservice schaffen für den Besucher, das sei das Ziel. Wer das 3D-Ticketing nutzen möchte muss sich allerdings beeilen - viele Karten sind nicht mehr zu erstehen.

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