Aachen: Reise in die Zeit Martin Luthers

Aachen: Reise in die Zeit Martin Luthers

„Diesseits, jenseits und dazwischen: On Tour mit Luther“. So heißt der Mottotag der Ausstellung „Das Ringen um den rechten Glauben“, dem sich drei Museen anlässlich des Reformationsjahres am Sonntag, 27. August, annehmen.

Das Centre Charlemagne am Katschhof, das Couven-Museum am Hühnermarkt und das Internationale Zeitungsmuseum in der Pontstraße laden ab 10 Uhr zu einer facettenreichen Reise in die Zeit Martin Luthers ein. Im Centre Charlemagne wird es Führungen zu verschiedenen Themen geben. Außerdem wird laut Carmen Roebers, Kuratorin der Route Charlemagne, um 11 und um 15 Uhr der Film „Katharina Luther“ gezeigt. Dabei erhalten die Besucher auch Einblicke in die Rolle der Frau im 16. Jahrhundert.

Besonders spannend sei die abendliche „Spurensuche“, die die Schauplätze der Reformation in Aachen durch einen 45-minütigen Stadtspaziergang näher bringen soll. Geleitet von Professor Dr. Frank Pohle, startet die Entdeckungstour um 17 Uhr am Centre Charlemagne und wird sich über zehn Stationen wie etwa Haus Löwenstein und Rathaus erstrecken.

Das Internationale Zeitungsmuseum hat sich den Schwerpunkt Familienprogramm gesetzt. Neben Führungen, die sich hauptsächlich auf die Pressearbeit zum Thema Reformation beziehen, gibt es dort auch die Möglichkeit, selber aktiv zu werden. Die Besucher können die Medienrevolution und die Erfindung des Buchdrucks zu Zeiten Luthers selber miterleben. Von 12 bis 17 Uhr können Kinder ab vier Jahren in Begleitung von Erwachsenen selber drucken. „Ob mit der Hand oder mit einer Kartoffel oder mit Radierwerkzeug auf Styrodurplatten — der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt und jedes Blatt, das entsteht, ist ein einzigartiges Original“, erläuterte Julia Samp, Volontärin bei der Route Charlemagne.

Darüber hinaus wird vor dem Zeitungsmuseum „Luthers Wartburg“ zu Besuch in Aachen sein. Der in Eisenach zu DDR-Zeiten hergestellte „Wartburg“ wurde von der Evangelischen Gemeinde Mechernich zum Spielmobil umgebaut. Samp: „Rund um Luther und die Reformation wird es hier viele Spiele für jung und alt geben. Über ‚Mystery-Games‘ und Knobelspiele, sind auch ‚Thesenchallanges‘ für Erwachsene in der umgebauten ‚Wartburg‘ zu finden.“

„Gemeinsam glänzen — Die Gold- und Silberschmiedeinnung zu Gast im Couven Museum“ ist Thema der dritten Anlaufstelle bei dem Mottotag. „Erfahrene Handwerksmeister geben Einblicke in die Techniken ihres Arbeitsalltags. In Rundgängen geben sie technische Erläuterungen zu den ausgestellten Stücken und reinigen historisches Silber. Dabei können sich Besucher sicher Pflegetipps abholen“, erläuterte Dr. Gisela Schäffer, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Couven-Museum.

Zudem werden Exponate gezeigt, die in ihrer Entstehungsgeschichte die Verbindung zwischen Kirche und dem täglichen Leben zu Zeiten der Reformation zeigen. Schäffer: „Es gibt Familienwappen von Familien, die heute noch das gleiche Tätigkeitsfeld ausüben wie vor 500 Jahren. Welche Familien das allerdings sind, verrate ich erst während der Führungen.“ Der Eintritt ist bei allen Veranstaltungen frei.

„Pfarrer Vetters fette Speis“

Für das leibliche Wohl ist am Sonntag ebenfalls gesorgt. Im Café Karl‘s im Centre Charlemagne gibt es eine besondere Luther-Speisekarte, auf der sich Gerichte wie „Pfarrers Vetters fette Speis‘“ oder „Wirren in der Suppentasse“ zu finden sind. „Das Essen wird den Mottotag abrunden, so dass man Luther und die Reformation sehen, hören, fühlen und sogar schmecken kann“, freute sich Schäffer.

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