Raumfahrtexperten mit Kindern an der RWTH

Der Weltraum ist fast zum Greifen nahe : Kosmische Momente im Audimax

Seit es die Raumfahrt gibt, verlangt sie den Menschen ihren ganzen Einfallsreichtum ab. Das gilt auch, wenn es darum geht, die Internationale Raumstation (ISS) und die Arbeit der Astronauten den Kindern auf der Erde näher zu bringen. Weil diese nicht selbst eben ins All verfrachtet werden können, bringen die Experten des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) den Weltraum eben zu ihnen. Mit ihrer eindrücklichen Show touren sie nun seit August dieses Jahres mit durchschlagendem Erfolg durch die Bundesrepublik – und haben Halt in Aachen gemacht.

Knapp 1000 Dritt- bis Sechstklässler haben an dem Nachmittag die beiden Aufführungen der Raumfahrtshow gesehen. Und während diesen jeweils 93 Minuten erlebten die Schüler vom Start über das Andocken der Sojus-Raumkapsel an der ISS bis hin zur Landung sämtliche Stationen, die auch Astronauten auf ihrem Weg bestreiten müssen. Die genaue Zeit sei wichtig, erklärte DLR-Wissenschaftler Richard Bräucker, denn genau so lange dauere es, bis die ISS einmal die Erde umrundet habe.

Ihm und seinen Kollegen vom DLR gelang es dabei, mit einer Mischung aus lebensnahen Experimenten und kurzen Filmausschnitten von der Raumstation das Interesse der Kinder nicht müde werden zu lassen. Mal betankten die Schüler eine Rakete mit Druckluft und schossen sie an die Decke des RWTH-Audimax, dann wiederum stellten sie kurzerhand das Planetensystem mit leuchtenden Luftballons nach. Selbst die Schwerelosigkeit simulierte Bräucker mit einigen Kindern auf der Bühne mittels Fallexperiment und Hochgeschwindigkeitskamera.

Absolute Stille hingegen herrschet stets, wenn DLR-Physikerin Sina Kürtz mit ihrer Virtual-Reality-Brille zu einem Rundgang auf der ISS ansetzte oder einen Weltraumspaziergang machte. „Dieser Spaßfaktor ist bei dem Programm enorm wichtig und wohl auch der Grund dafür, weshalb die Shows jeweils innerhalb kürzester Zeit ausgebucht sind“, sagte Volker Kratzenberg-Annies, der beim DLR für die Nachwuchsförderung zuständig ist. „Nach jeder Aufführung kommen begeisterte Schüler und Lehrer zu uns und reißen uns die Unterrichtsmaterialien förmlich aus der Hand.“

Tatsächlich sei man vom Interesse an den Schulen auch in der Städteregion etwas überrumpelt worden, sagte die Leiterin des DLR-School Labs der RWTH, Lana Plumanns. Diese Laboratorien hat das DLR ins Leben gerufen, um Jugendlichen einen Ort zum Experimentieren zu bieten und entsprechend das Interesse an Naturwissenschaften zu wecken. Dazu gehört mitunter auch, aus den Forschungseinrichtungen hinaus auf die Bühne zu gehen. Und der Erfolg der Raumfahrtshow zeigte einmal mehr: Die Faszination für das Weltall und die Raumstation ISS hat bei Schülern und Lehrkräften offenbar noch kein bisschen nachgelassen.

Der Countdown läuft: Gleich startet die Testrakete durch den Hörsaal im Audimax. Foto: Andreas Steindl. Foto: Andreas Steindl
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