Hitzige Diskussion: Rat beendet Hängepartie ums Neue Kurhaus

Hitzige Diskussion : Rat beendet Hängepartie ums Neue Kurhaus

Leicht ist der Politik der Entschluss nicht gefallen, entsprechend lang und hitzig diskutierten am Mittwoch die Mitglieder von Hauptausschuss und Rat der Stadt über die Zukunft des Neuen Kurhauses.

Das Ergebnis ist nach insgesamt zwei Stunden Debatte keine Überraschung: Die Stadt will 40 bis 50 Millionen Euro in die Hand nehmen, um den denkmalgeschützten Prachtbau an der Monheimsallee zu sanieren und für das Eurogress auszubauen — wenn auch zähneknirschend.

Die Hängepartie hat also ein Ende, gut ein Jahr nachdem die Planungen für die Dreier-Nutzung des Gebäudes — bestehend aus dem Spielcasino, dem Eventveranstalter Explorado und dem Gastrobetrieb Maison van den Boer — angesichts der prognostizierten Kostenexplosion gestoppt worden waren.

Vor allem die CDU hatte lange mit sich gerungen, letztlich jedoch keine sinnvolle Alternative gesehen. Das Ergebnis des Markterkundungsverfahrens, mit dem die Verwaltung über den Sommer sondiert hatte, ob eine Vergabe des Gebäudes in Erbpacht an private Interessenten möglich ist, war dann doch zu eindeutig. Gerade mal eine schriftliche und eine mündliche Anfrage lagen der Verwaltung nach Ablauf der Bewerbungsfrist vor. Und leerstehen lassen wolle man das Gebäude nicht, betonte CDU-Fraktionsvorsitzender Harald Baal, der sodann mit dem Grundgesetz argumentierte: „Eigentum verpflichtet.“

Nun kommt also das Eurogress zum Zug. Das Erdgeschoss soll inklusive Außenterrasse dem Kongresswesen vorbehalten sein, während für das Obergeschoss eine büro-orientierte Nutzung vorgesehen ist. Der Keller wiederum soll entweder als Disco oder für Kleinkunstveranstaltungen genutzt werden.

Die Verwaltung soll hierfür mögliche Interessenten suchen und entsprechende Konzepte vorlegen. „Zwingende Voraussetzung ist eine zweifelsfrei umsatzsteuerpflichtige Nutzung. Das Kosten-Nutzen-Verhältnis soll dargestellt werden“, heißt es im Beschlussvorschlag der großen Koalition, den auch die Linke und die FDP tragen. Grüne, Piraten sowie Allianz für Aachen und die AfD schlossen sich dem nicht an.

Dass das Neue Kurhaus tatsächlich den Bedarf des Eurogress deckt, daran hegen die Grünen und die Piraten jedoch weiterhin Zweifel. Und legten ihrerseits einen alternativen Beschlussvorschlag vor, mit dem die Suche nach privaten Investoren fortgesetzt und die Frage nach der Weiterentwicklung des Kongresswesens in Aachen auch in Absprache mit den Hochschulen ermittelt werden sollte. „Wir haben den Mut, die Kiste stehenzulassen, bis jemand einen Vorschlag macht, der einen Mehrwert für die Aachener hat“, bekräftigte Ratsherr Michael Rau von den Grünen, überzeugte damit aber nur die Minderheit.

Die Verwaltung soll nun vertieft in die Planung einsteigen, Fragen bezüglich Finanzierung und Besitzverhältnissen soll der Rat zu einem späteren Zeitpunkt entscheiden.

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