Ehrungen der Sängerinnen und Sänger: Rammsteins „Engel“ mischen Chorgesang auf

Ehrungen der Sängerinnen und Sänger : Rammsteins „Engel“ mischen Chorgesang auf

„Was für eine schöne Veranstaltung in diesem wunderbaren Saal bei gekonnt vorgetragener Chormusik. Ich bin baff“, schwärmte Willi Kastenholz. Er ist Präsidiumsmitglied des Chorverbandes NRW und stellvertretender Landeschorleiter. Er hielt die Festrede anlässlich der zentralen Jubilarfeier des Chorverbandes der Städteregion Aachen im Krönungssaal des Aachener Rathauses.

„Im Mittelpunkt des Abends aber stehen die treuen Sängerinnen und Sänger, die seit Jahren in Diensten des Gesangs aktiv sind“, lobte Vorsitzender Wilfried Leisten, ihre Verdienste gelte es zu würdigen. Bürgermeisterin Hilde Scheidt lobte das große, langjährige Engagement der vielen treuen Sängerinnen und Sänger, aber auch das Repertoire der Chöre, in das sogar Rammsteins „Engel“ (Heavy Metal) vorgetragen von „canto Amore“, sich bestens einfügte. „Singen in Gemeinschaft kann ein Gewinn sein“, meinte sie und bekannte „Ich singe auch gerne, und gerne laut.“ Singen sei ein wunderbares Erlebnis. Dem Chorverband wünschte sie weiterhin ein erfolgreiches Bestehen.

Als Kölner habe er schon viel erlebt, aber was er heute in diesem Saal erlebe, sei wunderbar. Die Jubilarehrung in diesem Rahmen sei eine richtige und gute Idee, für die man Wilfried Leisten ein großes Kompliment machen müsse. Kastenholz schnitt Nachwuchsprobleme in den Chören an und meinte, man höre Klagen über Chorsterben und sinkendes Interesse junger Menschen am Singen.

Aber auch über die vielen Versuche, dem Negativtrend irgendwie entgegenzuwirken. Die Vielfalt von Chorformaten werde immer weniger überschaubar. Aber Vielfalt könne auch eine Chance bedeuten oder auch zur Gefahr werden. Im Klartext für den Chorbereich: Es werde in Englisch gesungen, obwohl die meisten Sängerinnen und Sänger der Sprache nicht mächtig seien. Ein in die Jahre gekommener Männerchor müsse dann einen Hüftschwung hinlegen, um zeitgemäß zu wirken. „Ja, ja, ungewollte Parodie ist peinlich und kann erheblichen Schaden anrichten“, meinte Kastenholz.

Entscheidend sei aber, dass die Chöre authentisch blieben. „Der heutige Abend liefert den Beweis, drei Chöre, drei Beispiele, die für sich sprechen.“ Seine Empfehlung: „Singe jeder, wie und was er vor allem kann. Das meine ich mit authentisch bleiben. So erreichen Sie künftig das Ohr, ja sogar die Herzen der Menschen“, schloss der Festredner.

Großartig, was die drei Chöre, allesamt aus Aachen, gesanglich zum guten Gelingen der Feier beitrugen. So „canto Amore“ (Leitung Tanja Raich) mit „Fix you“, „Body Percussion“ und „Engel.“ Die Besucher waren begeistert. Das Männervokalensemble Aachen (Leitung Andrea Jacobs), eine Bereicherung, glänzte mit dem „Kyrie“, „O sacrum convivium“ und „Och jungfrau hon gär i ringen.“ Der St.-Marien-Gesangverein, die erfolgreichen Horbacher „Meistersinger“ unter Chordirektor Ando Gouders, rundeten mit herrlichem Gesang und Stücken wie „Seigneur je vous en prie“, „Ave Maria“ und „Der Speisezettel“ den gesanglichen Teil ab.