Aachen: Radschnellweg: Erhoffter Gewinn für Umwelt und Lebensqualität

Aachen: Radschnellweg: Erhoffter Gewinn für Umwelt und Lebensqualität

Für die Bürgerinitiative „Pro Radschnellweg Aachen-Herzogenrath“ ist klar: Der Radschnellweg zwischen Aachen und Herzogenrath ist eine gute Sache und muss unterstützt werden. Aus diesem Grund werden ab dem morgigen Samstag 25.000 Flyer an die Anwohner entlang der geplanten Trasse verteilt.

Mit diesem Flyer soll nicht nur die Initiative bekannt gemacht und für sie geworben werden, merkt Norbert Rath von der Bürgerinitiative bei der Vorstellung des Flyers an. „Vor allem geht es aber darum, die Bürgerinnen und Bürger über das Projekt zu informieren, damit sie sich eine Meinung bilden können“, ergänzt Raths Mitstreiterin Helga Weyers.

Es gäbe noch viele Anwohner, die nicht über das von der Städteregion unterstützte Vorhaben des Radschnellweges Bescheid wüssten. Aber auch für diejenigen, die davon schon gehört oder gelesen haben, greift der Flyer die Argumente und Bedenken der Gegner des Radschnellweges auf, setzt sich mit ihnen auseinander und bietet Antworten und Lösungen an.

Der Flyer veranschaulicht auch die derzeitig von der Städteregion bevorzugte, aber noch nicht abschließend beschlossene Trasse des Radschnellweges. Welche Varianten es auch noch gibt, wie der Zeitplan aussieht und viele weitere Informationen über das Projekt Radschnellweg werden auf der extra von der Städteregion eingerichteten Homepage www.radschnellweg-euregio.de vorgestellt.

Die Homepage der Bürgerinitiative (www.radschnellweg-jetzt.de) setzt sich in einem Frage-Antwort-Stück auch ausführlich mit den gegnerischen Argumenten auseinander. Dort wird auch auf die aktuell laufende Online-Petition hingewiesen, für die sich die Bürgerinitiative noch viele Unterstützer erhoffen.

Bis September wurden schon etwa 1300 Unterschriften gesammelt, etliche neue sind bis heute dazu gekommen und die Bürgerinitiative um Helga Weyers, Martin Christfreund, Norbert Rath und Steffen van Bergerem wünsche sich noch viele mehr.

Diese sollen am Mittwoch, 9. November, an den Herzogenrather Bürgermeister Christoph von Driesch übergeben werden. Denn in Herzogenrath gibt es viele Bedenken gegen den Radschnellweg — sei es aus finanzieller Sicht als auch aus der der Naturschützer.

Die Vorteile seien jedoch mannigfaltig für die Stadt Herzogenrath, für die Natur und vor allem für die Bürgerinnen und Bürger, betont Christfreund. Einige ergeben sich daraus, dass das Land NRW erst kürzlich entschieden hat, dass Radschnellwege und Landstraßen gleichgestellt werden. Die Finanzierung sowie der Winterdienst und die Instandhaltung werden vom Land übernommen. So muss Herzogenrath für den Bau des Radschnellweges eigentlich kein Geld beisteuern und bekommt quasi einen kostenlosen Ersatz für eine wegen Baufälligkeit abgerissene Eisenbahnbrücke. Diese war für Schüler ein Teil ihres Schulweges, die daher zurzeit andere unsichere Wege nutzen müssen.

Daran knüpft die Bürgerinitiative direkt den Aspekt der Sicherheit an, der sich durch den Radschnellweg immens verbessern kann. So soll die komplette Trasse durchgehend beleuchtet sein, im Winter wird der Weg geräumt und gestreut. Durch die baulichen Vorgaben mit einer Trennung zur Straße sind Fahrradfahrer und Fußgänger sicherer unterwegs. Und auch unter den Benutzern des Radschnellweges sollte es keinen Konflikt geben, denn „jeder hat Platz, um sein Tempo fahren“, merkt van Bergerem an. Der Weg ist mit bis zu vier Metern für Fahrradfahrer und zwei Metern für Fußgänger breit genug.

Zu den eindeutigen Gewinnern des Projektes soll die Umwelt zählen. So wird geschätzt, dass sich bis zu 5000 Autofahrer entscheiden, auf das Fahrrad umzusteigen. Diese würden nicht nur weniger Lärm und Abgase für die Anwohner produzieren, sondern sie kämen als Pendler auch entspannter und schneller am Arbeitsort an. Beides sei ein großes Plus für die Lebensqualität, so das Argument der Bürgerinitiative.

„Mit dem Bau des Radschnellweges“, da ist sich Weyers sicher, „kann man als Fahrradfahrer erfahren, wie komfortabel es ist, mit dem Fahrrad unterwegs zu sein.“

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