Radentscheid Aachen zieht erfolgreiche Zwischenbilanz

Schon 18.114 Stimmen : Dem Rad wird der rote Teppich ausgerollt

2,30 Meter breit, rot und mit großen, weißen Piktogrammen: So wünscht sich die Bürgerinitiative Radentscheid die Radwege an Aachens Hauptverkehrsstraßen. Wie das beispielsweise an der Monheimsallee aussehen könnte, zeigten die Aktivisten am Mittwochabend mit einem roten Teppich in der entsprechenden Größe. Den rollten sie auf der Straße aus und simulierten so einen Radweg in der Breite, die sie an dieser Stelle für angemessen halten.

Darauf lässt es sich dann offensichtlich sehr bequem fahren, wie die ersten Radfahrer zufrieden demonstrierten – und das auch nebeneinander, sodass selbst etwa das Überholen von Lastenrädern kein Problem ist. „Machbar wäre so etwas an vielen Stellen in Aachen“, meint Steffen van Bergerem vom Radentscheid Aachen. Die Jülicher Straße, Kreuzungen wie die am Hansemannplatz, Normaluhr und die Kreuzungen im Bereich der Vaalser Straße gehören vielleicht zu den Punkten, die am dringlichsten einer Veränderung bedürfen, meinen die Aktivisten vom Radentscheid.

Zumindest sind es die Stellen, die offensichtlich von Radlern immer wieder als Gefahrenpunkte genannt werden. Seit der Radentscheid zur Unterschriftensammlung für ein fahrradfreundliches Aachen aufgerufen hat, bekommen die Aktivisten laut Almuth Schauber jede Menge positive Rückmeldungen. Und es gebe auch immer mehr Stellen, an denen Unterschriften für den Radentscheid gesammelt würden. 18.114 Unterschriften sind bereits zusammengekommen. Und das in nur fünf Wochen. „Das ist ein hervorragendes Ergebnis“, meint Almuth Schauber. „Immerhin haben damit fast zehn Prozent der Wahlberechtigten unterschrieben“, fügt sie noch hinzu. Und damit ist auch schon fast das Ziel erreicht, das sich der Radentscheid zu Beginn der Aktion gesetzt hatte. „20.000 Unterschriften wären toll“, hatte Jan van den Hurk damals gesagt.

Bis in den Herbst soll noch weiter gesammelt werden. Und je mehr Unterschriften zusammenkommen, umso größer wird nach Meinung der Aktivisten der Handlungsdruck auf den Rat der Stadt Aachen. Laut Steffen van Bergerem ließe sich die Situation für den Radverkehr in Aachen durchaus deutlich verbessern. Gut markierte, breite Radwege, die am besten noch durch kleine Hindernisse vom Straßenverkehr getrennt werden, wären seiner Meinung nach ein guter Anfang. Eine klare Wegeführung sorge zudem nicht nur bei den Radfahrern, sondern auch bei den Autofahrern für mehr Klarheit und damit für mehr Sicherheit, meint Almuth Schauber. „Und davon profitieren schließlich alle“, sagt sie weiter.

Der Radentscheid hat zum Ziel, dass Radfahrer sich in Aachen sicher fühlen können. Mit der Unterschriften-Sammlung wollen die Aktivisten erreichen, dass sich auch die Politik ernsthaft mit dem Thema auseinandersetzt und nach Lösungen sucht.

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