Aachen: Rad-Vorrangroute: Busse und Räder sollen jetzt endlich auf Linie kommen

Aachen : Rad-Vorrangroute: Busse und Räder sollen jetzt endlich auf Linie kommen

Mit dem Fahrrad möglichst schnell, direkt und sicher aus den verschiedenen Stadtvierteln in die Innenstadt fahren können, das soll mit dem Rad-Vorrangrouten-Netz in Aachen möglich sein. Nachdem der Mobilitätsausschuss der Stadt Aachen einen ersten Vorschlag für ein solches Routennetz einstimmig angenommen hatte, sind jetzt die einzelnen Stadtbezirke gefragt, um die Routenführung festzulegen.

In Eilendorf hatte es im Februar bereits eine erste Informationsveranstaltung gegeben, bei der verschiedene Streckenverläufe diskutiert wurden. Nun sollte in einer zweiten Veranstaltung das besonders viel diskutierte Teilstück zwischen Marienstraße und Bahnhof noch einmal genauer betrachtet werden.

Die Beteiligung war an diesem Abend nicht ganz so hoch wie beim ersten Mal. Der intensiven Diskussion tat das jedoch keinen Abbruch. Drei Vorschläge hatten Armin Langweg und Bastian Weiser aus den Ergebnissen der letzten Infoveranstaltung herausgearbeitet.

Eine Variante führt über die Kehrbrückstraße in die Brückstraße und Moritz-Braun-Straße, eine Alternative führt über Stapperstraße, Steinstraße und Severinstraße, eine dritte Variante über Hansmannstraße, Severerinstraße und Moritz-Braun-Straße. Eine mögliche Alternative zur Moritz-Braun-Straße wäre eine Führung über den Severinsplatz, der als Fußgängerzone ausgewiesen ist, für Fahrräder aber mitbenutzbar. Betrachtet wurden in den betreffenden Straßen Steigungen, Straßenbreite, Parksituation und die Frequentierung durch die Linienbusse der Aseag.

Variante 1 über die Kehrbrückstraße weist die meisten Steigungen auf. Auch müsste man bei der Planung der Parksituation einiges neu überdenken. Etwas besser sähe das bei der Stapperstraße aus. Sehr bequem, weil sehr breit, ließe sich aus der Hansmannstraße eine Rad-Vorrangroute planen. Allerdings ist diese Straße zwischen 7 und 8 Uhr morgens stärker vom Busverkehr frequentiert, der dann alle sieben Minuten pendelt. Wäge man alle Vor- und Nachteile ab, wäre die Streckenführung über Hansmannstraße, Severinstraße und Moritz-Braun-Straße tatsächlich die beste, schloss Bastian Weiser seine Ausführungen.

Instinktive Wegeführung

Für diesen Streckenverlauf sprach sich auch eine Mehrheit der Eilendorfer aus. So würden auch die meisten instinktiv fahren, bekräftigten viele den Vorschlag. Allerdings gaben sie auch zu bedenken, dass es durchaus schwierig werden könnte mit den Bussen und den Parkplätzen in der Severinstraße. Wie vertragen sich Busse und Radfahrer auf der Straße? Wer hat da Vorrang? Diese Frage zu klären sei ein ganz entscheidender Punkt, räumte Armin Langweg ein, zumal der Grabenring im Rad-Vorrangrouten-Netz eine zentrale Rolle spiele, sollen doch alle Routen praktisch hier zusammenlaufen. Gleichzeitig ist der Grabenring auch zentral für den Busverkehr durch die Innenstadt.

Über den Vorschlag der Verwaltung freute sich auch Bezirksbürgermeisterin Elke Eschweiler. Die Streckenführung sei in zweifacher Hinsicht gelungen, einmal, weil sie in sich logisch und sinnvoll verlaufe und weil sie den Bahnhof mit einbeziehe. Das sei von der Bezirksvertretung ausdrücklich gewünscht, denn im Zuge der Verwirklichung der Luftreinhaltepläne wolle man Menschen auch wieder mehr auf die Schienen bringen. Man arbeite auch daran, die Anbindung des Bahnhofs an das Streckennetz der Bahn wieder zu verbessern. Da sei auch der Bahnhof als Start der Rad-Vorrangroute sinnvoll. Dort ist, ebenso wie an der Bezirksvertretung, auch die Einrichtung einer Velocity-Station geplant. In der Bezirksvertretungssitzung am 2. Mai wollen die Planer die Route noch einmal vorstellen. Bis zur Sommerpause, hofft Langweg, haben alle Stadtbezirke die Streckenverläufe ihrer Rad-Vorrang-Routen festgelegt. Dann will der Mobilitätsausschuss das gesamte Netz verabschieden.