Aachen: Quellenhof: Zukunft steht in den Sternen

Aachen: Quellenhof: Zukunft steht in den Sternen

Verschläft die Stadt die Zukunft des Nobelhotels Quellenhof an der Monheimsallee? Diese Sorge treibt — unter anderem — die SPD um, die nun in einer Ratsanfrage bei der Aachener Stadtverwaltung nachfragt, ob man denn mit dem Pächter beziehungsweise Inhaber der Fünf-Sterne-Luxus-Herberge in Gesprächen sei.

SPD-Ratsherr Boris Linden geht noch einen Schritt weiter und möchte wissen, ob denn denkbar wäre, „das Spielcasino in ein zukünftiges Hotel-/Betreiberkonzept innerhalb des Gebäudes ,Quellenhof‘ zu integrieren“. Verhindern will man vor allem, dass Aachens prächtigster Hotelbau aus dem Jahr 1916 ab 2020 leer steht — so wie das jetzt schon beim Neuen Kurhaus in direkter Nachbarschaft der Fall ist.

Tatsache ist, dass der Pachtvertrag des Eigentümers — ein Immobilienfonds in Händen von Benedikt Jagdfeld von der Deutschen Verwaltungsgesellschaft für Immobilien (DI/ehemals Fundus Gruppe) — mit dem globalen Hotelkettenbetreiber Accor und seiner Nobeluntermarke Pullman Ende des kommenden Jahres ausläuft. Wie es dann weitergeht, ist völlig unklar.

Quellenhof-Direktor Walter Hubel verweist auf laufende Verhandlungen. Genaueres sei nicht bekannt, betont er. DI-Sprecher Dr. Christian Plöger teilt unterdessen auf Anfrage unserer Zeitung nur mit: „Wir befinden uns in einer Frühphase der Überlegungen und können daher zum jetzigen Zeitpunkt noch nichts Genaues sagen.“

Aus gut informierten Kreisen heißt es allerdings, dass sich die Vertragsparteien mit einer unveränderten Fortsetzung ihrer Geschäftsbeziehung schwer tun. Hintergrund sind wohl unter anderem Investitionen, die in dem altehrwürdigen Gemäuer notwendig sind. 1999 hatte die Familie Jagdfeld den neoklassizistischen Bau aufwendig saniert. Seitdem zählt das edle Hotel 181 Zimmer und Suiten.

Das Problem: Man müsste mehr Doppelzimmer haben, um das Haus — das vor allem im Messe- und Konferenzgeschäft stark von Geschäftsreisenden angefragt wird — zeitgemäß und effektiv zu vermarkten. Übernachtungen kosten hier zwischen 118 und über 400 Euro. Die Belegungszahlen sind dem Vernehmen nach durchaus gut.

Allerdings müsste die Einrichtung nach Einschätzung von Experten nach 20 Jahren überholt werden. Dazu könnte dann auch ein neuer Zuschnitt mit weniger Einzelzimmern kommen — was erhebliche Investitionen bedeuten würde. Ursprünglich verfügte der Quellenhof über 250 Gastzimmer, von denen 16 Baderäume mit eigenem Thermalwasseranschluss versehen waren.

Hinzu kommt in Sachen Geschäftsstrategie, dass auch der Pullman Quellenhof Personalwechsel verkraften muss. Was angesichts gehobener Ansprüche bei Neubesetzungen durchaus schwierig sein kann. Das Haus, das unter der Leitung von Walter Hubel regelmäßig Auszeichnungen in Sachen Ausbildungsqualität und Service einheimst, leide ähnlich unter dem Fachkräftemangel, wie das in der gesamten Hotel- und Gastronomiebranche der Fall sei, heißt es. In jüngster Zeit betraf dies vor allem das Küchenteam sowie den Spa- und Wellnessbereich.

Kein Geheimnis ist, dass die Quellenhof-Direktion bei der laufenden Neuordnung der Nachbarimmobilien an der Monheimsallee die Pläne unterstützt, den Sanierungsfall Kurhaus dem Eurogress als erweiterte Event- und Konferenzfläche zuzuschreiben. Dies würde auch das Konferenzgeschäfts des Quellenhofs stärken — aber allein fürs Kurhaus zweistellige Millionensummen kosten. Diese soll die öffentliche Hand übernehmen. Bei der Zukunft des Quellenhofs soll die Stadt zumindest wachen Auges mitreden, fordert die SPD.