Aachen: Pulse of Europe wirft in Aachen den Motor wieder an

Aachen : Pulse of Europe wirft in Aachen den Motor wieder an

Kurz schien es, als würde der Auftakt der Aachener Pulse-of-Europe-Bewegung im Jahr 2018 lautlos verhallen. Wenige Minuten vor 14 Uhr war der Katschhof noch spärlich besucht, „glühende Europäer“ allenfalls auf den Stufen zum Rathaus zu finden — und das, obwohl die Initiatoren mit den ersten Frühlingstemperaturen und Sonnenschein beschert wurden.

Doch die Situation sollte sich allmählich ändern, als die Worte der Mitinitiatoren Manfred Kutsch und Joachim Sina über den Platz und wohl auch in die Nebenstraßen hallten. Von nun an möchte man mit allen Europa-Sympathisanten wieder jeden ersten Sonntag eines Monates ab 14 Uhr für ein geeintes Europa auf dem Katschhof einstehen. Vor einem Jahr hat die Bewegung an selber Stelle als eine „Open-Air-Therapie“ ihren Anfang genommen, im Winter allerdings eine Pause eingelegt. Mal hat sie weit über 1000, mal „nur“ wenige hundert Aachener motivieren können, für Europa die Fahnen zu schwenken.

Für Mitinitiator Joachim Sina ist die Bewegung bisher so oder so ein voller Erfolg, wie er vor etwa 200 Besuchern — die sich mit der Zeit dann doch zusammengefunden haben — bekräftigte: „Viele Leute haben sich schon getraut, sich öffentlich und auf der Bühne für Europa zu bekennen. Darauf wollen wir aufbauen“, sagte er. Er selbst habe vor einem Jahr seine erste nichtprivate, nichtberufliche, sondern politische Rede gehalten und hoffe, dass ihm noch viele folgen werden. Nötig habe es Europa jedenfalls, sagte Kutsch: „Noch immer droht Europa der Kollaps.“ Jugendarbeitslosigkeit, Migrationsbewegungen, Brexit. Themen, die jeden Europäer etwas angingen, sagte er.

Wichtig sei ihnen — das machten die Initiatoren ein weiteres Mal deutlich —, dass die Bewegung unabhängig bleibe. Sie finanziere sich ausschließlich über Spendengelder. Politiker verschiedenster Parteien kamen in der Vergangenheit allerdings trotzdem zu Wort. Und daran soll sich auch nichts ändern, solange Politiker die Bühne nicht als Werbung in eigener Sache nutzen.

Auf den Besuch eines besonders prominenten Politikers hoffen die Aachener indes an Christi Himmelfahrt im Anschluss an die Karlspreisverleihung: „Wir wollen dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron einen fulminanten Empfang bereiten“, kündigte Sina an. Bis dahin hofft man noch auf viele andere, wenn auch weniger prominente Unterstützer, die ihre Gedanken zu Europa kundtun — mitsamt ihren Unstimmigkeiten. Denn auf eines sei man besonders bedacht, sagte Sina: „Um Europa positiv zu verändern, wollen wir es von allen Seiten beleuchten. Wir sind keine verträumten Europa-Romantiker.“

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