Aachen: Prozess wegen „Containern“ eingestellt

Aachen: Prozess wegen „Containern“ eingestellt

Das Aachener Amtsgericht hat am Donnerstag einen für den heutigen Freitag, 9 Uhr, anberaumten Strafprozess eingestellt, in dem es um das sogenannte Containern gehen sollte.

Nach Auskunft des Kölner Rechtsanwaltes Christian Mertens, der einen der beiden wegen schweren Diebstahls angeklagten jungen Männer vertritt, sei die Richterin der Argumentation der Staatsanwaltschaft, es handele sich bei der Wegnahme von Lebensmitteln aus Supermarkt-Containern strafrechtlich um schweren Diebstahl, nicht gefolgt. „Die Richterin stufte die Tat, wenn überhaupt, als einfachen Diebstahl ein“, sagte Mertens am Donnerstag unserer Zeitung.

Aufgrund der Umstände und wohl auch, weil der betroffene Supermarkt selber keine Anzeige erhoben hatte, sei die Einstellung nach Paragraf 153 Strafgesetzbuch erfolgt, er und sein Mandant hätten das Einstellungsangebot der Richterin akzeptiert.

Wichtig sei, dass die Prozess-Einstellung ohne Auflagen geschehen sei. „Es ist so, als ob mein Mandant erst gar nicht angeklagt worden wäre“, sagte Mertens. In der Sache verstehe er sowieso nicht, warum die Bewegung des Containerns kriminalisiert werde. Der Organisator der Bewegung, Christian Walter, begrüßte die Entscheidung und rief dazu auf, sich trotz des ausgefallenen Prozesses am am Freitag ab 8 Uhr vor dem Landgericht zu treffen, um gegen die Kriminalisierung des Containerns zu demonstrieren.

(wos)
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