Aachen: Projekt „ansprechBar“: Stets für jeden ein offenes Ohr für Sorgen

Aachen: Projekt „ansprechBar“: Stets für jeden ein offenes Ohr für Sorgen

„Was ist, wenn ich keinen Job finde?“ heißt es auf einem der Flyer des Projektes „ansprechBar“. Aber was hat es genau mit diesem Projekt auf sich? Gemäß der Redewendung „nomen est omen“ möchte Pfarrer Hans-Georg Schornstein für jedermann unabhängig von Konfession und sozialer Herkunft ansprechbar sein, der Rat, Hilfe oder einfach ein Gespräch in Glaubens- oder anderen Fragen des Lebens sucht.

Bereits im Rahmen der Heiligtumsfahrt hatte der Pfarrer, der zuvor Leiter von sechs Pfarreien zwischen Aachen-Kornelimünster und Roetgen-Rott gewesen war, seine neue Tätigkeit als Seelsorger aufgenommen. Als Gesprächsort wählte er hierfür einen ungewöhnlichen Platz aus: das Café Extrablatt am Markt. Hier saß er täglich von 13 bis 18 Uhr und war ansprechbar für alle, die sich mit ihm über Schicksalsschläge, Glaubensfragen und andere Themen unterhalten wollten.

Die Heiligtumsfahrt ging zu Ende, aber die gute Idee blieb. Das Bistum hat die Aktion für gut befunden und institutionalisiert. Von nun an sitzt Pfarrer Schornstein gemeinsam mit Gemeindereferent Klaus Szudra in den neuen Räumen in der Bendelstraße 35 und bietet dort sowohl Einzelgespräche als auch einen offenen Gesprächsabend an. Auch eine „Bar“ gibt es hier, an der jedoch keine alkoholischen Getränke gereicht werden. „An einer Bar unterhält man sich über Gott und die Welt, diese Assoziation wollten wir auch mit unserer Bar wecken“, so Szudra.

Der Gemeindereferent beschäftigt sich mit Fragen des Wiedereintritts in die Kirche und mit der Erwachsenentaufe. „Uns ist es aber sehr wichtig, dass dies zwei eigenständige Angebote sind und die Gespräche immer ergebnisoffen sein sollen“, so Schornstein. Aus diesem Grund habe man sich auch bewusst für zwei getrennte Internetauftritte entschieden. Es solle keineswegs der Eindruck einer Verbindlichkeit entstehen. Im Gegenteil: Das Angebot soll niedrigschwellig sein und die Türen der „ansprechBar“ sollen Angehörigen jeder Konfession offen stehen. Anonymität und Verschwiegenheit seien ebenfalls selbstverständliche Grundpfeiler eines vertrauensgeprägten Gespräches.

Zusätzlich zum neuen Angebot in der Bendelstraße setzt Schornstein sein ursprüngliches Projekt im Café Extrablatt fort. Denn die große Nachfrage während der Heiligtumsfahrt hat gezeigt: Das Bedürfnis danach, mit jemandem zu reden ist essenziell und immer da. Dann ist es gut, wenn man jemanden findet, der ansprechbar ist.

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