Gesellschaft für Zeitgenössische Musik: Profis intonieren die Stücke des Nachwuchses

Gesellschaft für Zeitgenössische Musik : Profis intonieren die Stücke des Nachwuchses

Für Merle, Margarete, Cosmas und die anderen jungen Komponisten wird es noch mal richtig spannend. Denn nachdem die insgesamt neun Mädchen und Jungen im vergangenen Jahr an der Kompositions- und Theaterwerkstatt für Kinder und Jugendliche teilgenommen haben, kommen sie am 28. September erneut in den Genuss, ihre selbstkomponierten Werke zu hören.

Und diese spielen nicht etwa sie selbst, sondern Profimusiker. Im September fand die Kompositionswerkstatt, ein Projekt des Fördervereins Freie Musikschule und von musicloft Aachen, statt. Unter der Leitung von David Graham und unter dem Motto „Von einem, der auszog, das Fürchten zu lernen“ schrieben die Jugendlichen eigene Kompositionen.

Darüber hinaus wurde mit professionellen Tonkünstlern zusammengearbeitet, und gemeinsam ging es auf musikalische Entdeckungsreise. Anlässlich des 30-jährigen Bestehens der Gesellschaft für Zeitgenössische Musik (GZM) präsentiert das Neue Musik Ensemble Aachen nun sieben fantasievolle Miniaturen, die im Rahmen des Workshops entstanden sind.

Olaf Futyma (Flöte), Regina Pastuszyk (Bassklarinette) und Marko Kassl (Akkordeon) bringen auf die Bühne, was die nächste Generation entwickelt hat.

„Nicht immer leicht“

„Das Ganze hat wirklich Spaß gemacht, auch wenn es nicht immer so leicht war“, erzählt Margarete Schneider und ergänzt: „Ich habe mich intensiv mit dem Märchen ,Von einem, der auszog, das Fürchten zu lernen‘ befasst und mir eine bestimmte Passage herausgesucht, zu der ich dann ein Stück entwickelt habe. Dabei waren mir die Stimmung und Atmosphäre des Märchens wichtig.“

Über mehrere Wochen haben sich Margarete und die anderen Teilnehmer mit der Thematik befasst. Auch wenn alle musikalisch sind und mindestens ein Instrument beherrschen, war es dennoch eine schwere Aufgabe, wie auch Cosmas Schindler erzählt. „Uns war es völlig freigestellt, wie wir unsere Ideen umsetzten. Sowohl moderne, als auch klassische Aspekte finden sich in meinem Stück wieder. Außerdem konnten wir auch Geräusche wie beispielsweise Zeitungsrascheln mit einfließen lassen.“

Dass Olaf Futyma und seine Kollegen die Stücke der jungen Kollegen spielen, empfindet der Profi als äußerst interessant. „Sicherlich wird das spannend, denn manche von ihnen haben eher klassisch, andere wiederum sehr experimentell gearbeitet. Alle hatten die Möglichkeit auszubrechen und ihren Gedanken freien Lauf zu lassen. Wir sind gespannt, wie das Ganze beim Publikum ankommt.“

Mühe hat sich gelohnt

Für Merle, Margarete und Cosmas steht jedenfalls fest, dass sich die Arbeiten und Mühen gelohnt haben. „Ich habe bereits das zweite Mal an der Veranstaltung teilgenommen und fand es wirklich super. Die Auseinandersetzung mit den verschiedenen Instrumenten und einer Geschichte dahinter ist toll. Ich würde jederzeit wieder mitmachen“, resümiert Merle und blickt in zustimmende Gesichter.

Am Freitag, 28. September, 20 Uhr, spielt das Neue Musik Ensemble Aachen zum 30-jährigen Bestehen der GZM beim „In Front“-Festival in der Klangbrücke. Neben etablierten Musikschaffenden wie Gottfried Stein, Philipp Maintz oder Anno Schreier werden auch die Kompositionen der Teilnehmenden der Kompositionswerkstatt gespielt.