Lichtenbusch: Prinz Markus, Bauer Bernd und Jungfrau Resi gefeiert

Lichtenbusch : Prinz Markus, Bauer Bernd und Jungfrau Resi gefeiert

Das jeckste Dorf Europas steht wieder Kopf, denn das größte gesellschaftliche Ereignis des Narrenvolks fand in der Nacht zum Sonntag statt: die Proklamation des neuen Lichtenbuscher Dreigestirns.

Im Lichtenbu-scher Karneval wissen im Vorfeld weder Vereinsmitglieder noch Besucher, wer in der Session das Narrenvolk regiert. Und so war der Jubel riesig, als kurz vor Mitternacht Prinz Markus I. Komuth, Bauer Bernd Schott und Jungfrau Resi (Rainer Zintzen) als neues Dreigestirn präsentiert wurden.

Zunächst jedoch legte die KG mit Größen aus der lokalen Karnevalsszene los. Lieselotte Lotterlappen sorgte für gewaltige Lachsalven und nahm kein Blatt vor den Mund, die Tanzgarde der KG Grün-Weiß Lichtenbusch präsentierte ihren Gardetanz.

Danach wurde es auf der Bühne richtig voll. Als Gastgesellschaft machte die KG Walheim, die nach dem Zusammenschluss mit der Orjenal Mönster Jonge zu einer stattlichen Größe herangewachsen ist, den Lichtenbuschern ihre Aufwartung. Besonders die Showtanzgruppe sorgte bei den rund 350 Gästen mit ihrer akrobatischen Choreografie für Furore.

„Muppetshow auf Ecstasy“

Aus dem Nachbardorf hatte sich das Oberforstbacher Männerballett angekündigt. Begeisterungsstürme gab es auch nach dem Auftritt der Dolls Company. Die Truppe ist nicht einfach ein Puppentheater, sondern eher vergleichbar mit der „Muppetshow auf Ecstasy“. Nach dieser akrobatischen Powershow entführte die Showtanzgruppe der Gastgeber die Jecken auf eine Reise mit dem Traumschiff Lietebösch. Anschließend verkürzten Comedy im XXL-Format mit dem Pfundskerl Kai Kramosta, die Band „Wir sind spitze“ sowie Tanzmariechen Janina Retz die Wartezeit bis zur Proklamation.

Und da blieb es spannend bis zuletzt. Beim Einzug in den Saal kurz vor Mitternacht war das Dreigestirn noch in grüne Säcke gehüllt. Gemeinsam mit dem Präsidenten der KG Grün-Weiß Lich­tenbusch, Kurt Hoffmann, einem Gardisten des Vereins sowie dem ehemaligen Dreigestirn wurden die drei dann langsam enttarnt. Großer Jubel und lautes Pfeifen im Publikum, als Prinz Markus I. Komuth, Bauer Bernd Schott und Jungfrau Resi (Rainer Zintzen) zum Vorschein kamen. Ausgestattet mit ihren Insignien — Prinz mit Zepter und Narrenkappe, Bauer mit Dreschflegel und Jungfrau mit Spiegel — präsentierten sie dem Publikum ihr Prinzenlied.

Im Nachbardorf Oberforstbach ist Prinz Markus I. kein unbeschriebenes Blatt, denn sein Herz schlägt für den TKV Oberstbach, die Oberforstbacher Maijungen und den Öcher Fastelovvend. „Durch die beiden Vereine nehme ich seit vielen Jahren am Lichtenbuscher Karnevalsumzug teil“, sagte der 43-jährige strahlend: „Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, mit den Jecken gemeinsam zu feiern!“

Ihm zur Seite steht der 41-jährige Bauer Bernd Schott. Seit vielen Jahren gehört er nicht nur dem Pfadfinderstamm Vennfüssler an, sondern ist auch aktives Mitglied der Lichtenbuscher KG und zieht Rosenmontag den Traktor der Schwarz Blauen Funken.

Ebenfalls vom Virus Karneval befallen ist der Dritte im Bunde: Jungfrau Resi (Rainer Zintzen). Auch er fährt die Vereine sicher mit dem Traktor durch Aachen und Lichtenbusch. Seit elf Jahren begleitet er die KG als inaktives Mitglied im Fastelovvend und entschied sich 2016, als aktiver Gardist am Vereinsleben teilzunehmen.

Unter dem Motto: „Vür fiere Fastelovvend me jrueß än kleng“ wird das Dreigestirn gemeinsam mit der KG Grün-Weiß Lichtenbusch durch die Säle der Region ziehen. Gestartet wird jedoch traditionell mit dem Kneipenkarneval in Lichtenbusch und den angrenzenden Dörfern Schleckheim und Oberforstbach, bei dem das Dreigestirn dem Narrenvolk erstmalig präsentiert wird.

Mehr von Aachener Zeitung