Aachen: „Prentekaffie“: Die ganze Palette des Öcher Platt serviert

Aachen: „Prentekaffie“: Die ganze Palette des Öcher Platt serviert

Öcher Flair prägte die Atmosphäre beim Prentekaffie des Vereins Öcher Platt. Kaum ein freies Plätzchen war noch im Saal der Kurpark-Terrassen zu finden. Schon das Motto des Prentekaffies verriet, dass es eine gesellige Runde für Kenner van os Modderesproech war.

So hieß es doch im Programmheftchen: „Tösche Zent Meäte än Dreijkönnige“. Wer oder was Heiliges verbarg sich wohl hinter dem Wörtchen „Meäte“ ? Wie gut, dass es nicht nur eine Aachener Sprachschatz-Ausgabe gibt, denn wie sollte man da auf St. Martin kommen?

Musikalisch stimmte Ägid Lennartz mit einem irischen Segenslied aus der Feder von Hein Engelhardt auf das gut zweistündige Programm ein. Und es waren die Altmeister des Öcher Platts wie Hein Görgen, Jupp Steinhauer, This Kluck und Georg Helg sen., deren Rümselcher ein abendfüllendes Programm durchaus gesichert hätten. So gab es sogar eine Fünferrunde mit Fliegenexperten, der Leo Bardenheuer mit „De Wietschaffsfleg“ noch eins drauf setzte. Das Duett De Pöngche stellte seine eigene CD vor, auf der auch et „Moddere Jöngsje“ besungen wird. Dass auch Reän, Paraplüe än nasse Schong ein Thema an diesem Nachmittag hergaben, überrascht den wahren Aachener nicht. Manfred Birmanns als neuer Präsident des Vereins Öcher Platt moderierte indes gekonnt.

Winterlich und weihnachtlich wiederum wurde es bei Norbert Brepols, der nicht nur die Melodien zur „Wenkternaaht“ von Georg Helg und „Musikante“ von Hein Görgen selbst komponiert hatte, sondern seinen Gesang auch auf der Gitarre selbst begleitete. Leo-Lamm-Melodien zu „Feschpüddelche“ än „Türelürelissje“, die Ägid Lennartz den Tasten entlockte, verstärkten das Öcher Flair und gipfelten in „Jingle Bells“, die Dr. Kurt Christ präsentierte.

Achtung verdiente Resi Hellemann, die das Gedicht „Öcher Dreikönnige“ von Jupp Steinhauer vortrug. Groß war die Schar der mitwirkenden Öcher-Platt-Experten, die die breite Mundart-Palette ebenso präsentierten: Irmgard Farber, Luise Kohl und Helmi Weber, Sybille Thomas Schiffers sowie Uli und Richard Wollgarten. Der krönende Abschluss aber blieb Christel und Gerd Leuchtenberg als Trompeten-Duo mit „Hellig Ovvend op dr Dom“ vorbehalten. Anhaltender Applaus war ihnen sicher. Alle Mitwirkenden stimmten zusammen mit den Publikum „Oh, du fröhliche“ an.