Premiere in Aachen: Theater Brand zeigt den "Kleinen Wassermann"

Wunderschönes Bühnenbild auf kleinem Raum : „Kinder wollen die Welt entdecken“

Das Theater Brand wagte am Sonntag den Sprung ins kalte Wasser. Nicht nur, weil bei der Premiere des neuen Stücks „Der kleine Wassermann“ viele junge Schauspieler ihre erste oder zweite Bühnenerfahrung sammelten – das rund einstündige Kinderstück spielte größtenteils tatsächlich „unter Wasser“.

Ein begeistertes Raunen ging durch das Publikum, als sich zum ersten Mal die Vorhänge öffneten: Leuchtende Fische erstrahlten auf der Bühne, der Zuschauer fand sich inmitten eines großen Aquariums wieder.

„Es ist immer wieder toll zu sehen, was man aus unseren paar Quadratmetern zaubern kann“, lobte Theaterleiterin Wilma Gier das Bühnenbild von Otta Guba nach der ausverkauften Vorstellung. Schließlich ist die Bühne im kleinen Brander Theater tatsächlich nur ein paar Schrittlängen groß.

In der Geschichte von Otfried Preußler geht der kleine Wassermann im Mühlenweiher auf Entdeckungsreise und lernt die anderen Wasser- und Landbewohner kennen: Schnecken, Muscheln oder die fein aufgebrezelten Forellen, die sich selbst als „Experten für Schönheit und Eleganz“ bezeichnen. Schnell bemerkt der kleine Wassermann, gespielt von Quintus Brinkmann, dass unter Wasser auch Gefahren lauern. Einerseits warnt sein Vater ihn vor den Schlingpflanzen und Unterwasserhöhlen, andererseits macht auch das mysteriöse Neunauge keinen sympathischen Eindruck.

Und dann wären da noch diese „komischen Wesen mit ihren seltsamen Angewohnheiten“, wie der kleine Wassermann sie beschreibt: Menschen. Schließlich essen diese lieber „gebratene Steine“ namens Kartoffeln statt der vom Wassermannjungen favorisierten Kröteneier mit gedünstetem Froschlaich.

Nur zwei Monate geprobt

Gerade einmal zwei Monate lang probten die Regisseurinnen Wilma Gier und Ina Dreissiger mit den Jungschauspielern das Stück. Und doch zeigten die Jungen und Mädchen auf der Bühne eine fast fehlerlose Darbietung. Am Ende hielten sie dann einen Ratschlag parat, der sich weniger an die vielen Kinder in den vorderen Reihen als vielmehr an die Eltern dahinter richtete: „Kinder wollen die Welt entdecken, hilf ihnen dabei!“

Der minutenlange Applaus nach der gelungenen Premiere reichte Wilma Gier nicht. „Hat es euch gefallen?“, fragte die Theaterleiterin die vordersten Reihen – ein lautes Bejahen war die Folge. Das Feedback sei ihr wichtig, erklärte sie, vor allem von den „strengsten und unbestechlichsten Kritikern“: Von Kindern.

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