Aachen: Premiere im Theater Aachen: „Der Reservist — Arbeiten im 21. Jahrhundert“

Aachen : Premiere im Theater Aachen: „Der Reservist — Arbeiten im 21. Jahrhundert“

Ein Job, der Spaß macht und in dem man gut ist — ein Wunsch, den wohl alle Arbeitnehmer haben. Doch die Realität sieht meist anders aus. Wer erst einmal auf das Jobcenter angewiesen ist, sollte möglichst die Stelle annehmen, die gerade frei ist. Denn wie sollen sonst ohne staatliche Unterstützung Miete und laufende Kosten bezahlt werden?

In der neuen Produktion „Der Reservist — Arbeiten im 21. Jahrhundert“ des Theaters werden die üblichen Mechanismen rund um das Thema Arbeit und Lohn hinterfragt, und das System wird auf den Kopf gestellt: Ein junger Arbeitnehmer, der kürzlich seinen Job verloren hat, möchte seine Arbeitskraft für sich behalten, bis ihm eine Anstellung geboten wird, die tatsächlich seinen Fähigkeiten entspricht. Auf welche Hürden er dabei stößt und ob er bis zum Erreichen seines Wunsches durchhält, erfahren die Zuschauer bei der Premiere des Stücks am Donnerstag, 17. Mai, um 20 Uhr im Theater Mörgens, Mörgensstraße 24.

„Ich bin nicht faul. Ich warte nur auf den Job, der zu mir passt!“: Mit diesem Slogan wirbt das Theater Aachen für die Tragik-Komödie des belgischen Autors Thomas Depryck. Die Verantwortlichen haben ihn gewählt, da „Der Reservist“ eine „provokativ-überzeichnete Reise durch die heutige Arbeitswelt“ sei. „Die unterhaltsame Form des Stücks lässt es komisch und lustig wirken, obwohl der Inhalt auch traurig und vor allem sehr absurd ist“, verriet Dramaturgin Gesa Lolling.

„Das Stück wurde zuvor erst einmal in deutscher Sprache inszeniert“, erklärte Regisseurin Ulrike Günther. Im Original ist der Text auf Französisch. Sie ergänzte: „Unsere Inszenierung ist freier als die deutsche Uraufführung in Mannheim. Wir hatten mehr Raum für eigene Interpretationen. Deshalb konnten wir auch den Titelzusatz ‚Arbeiten im 21. Jahrhundert‘ hinzugefügen, der im belgischen Ursprungstext nicht gegeben ist.“

Unter Lolling und Günther schlüpfen die drei Schauspieler Petya Alabozova, Thomas Hamm und Hannes Schumacher in bis zu zehn Rollen. Auch die Rolle der Hauptfigur, des Reservisten, wird von allen dreien gespielt. „Das Stück ist nicht nach Figuren durchgetaktet. Es gibt stattdessen drei Erzähler, die sich gegenseitig den Ball zuspielen und die erzählten Szenen zeigen“, erläuterte Lolling.