Aachen: Premiere: „Actor‘s Nausea“ spielt ein kriminalistisches Kabinettsstück

Aachen: Premiere: „Actor‘s Nausea“ spielt ein kriminalistisches Kabinettsstück

Gemächlich schippert ein Boot tagelang über den breiten Fluss — an Bord eine illustre Gesellschaft: Von einem Arzt über Rentner bis hin zu der sehr wohlhabenden Lady Linnet Ridgeway, die für die nötige Portion Glamour auf dem Schiff sorgt.

Gemeinsam wird gegessen, gefeiert und die Reise genossen bis plötzlich ein Mord geschieht, für den jeder einzelne Passagier ein Motiv zu haben scheint. Zu diesem Schluss jedenfalls kommt nach kurzer Zeit der etwas kauzige aber scharfäugige Detektiv Hercule Poirot, der sich durch Zufall ebenfalls an Bord des Schiffes befindet und dem Mordfall nachzugehen beginnt. Viele kennen diese berühmte Kriminalgeschichte um Hercule Poirot, die der Romanvorlage von Agatha Christie folgt und besonders durch die Verfilmung mit Sir Peter Ustinov weltweit Bekanntheit erlangte.

Nun nimmt sich die Schauspielgruppe der RWTH „Actor‘s Nausea“ des Stoffes an und feiert am nächsten Donnerstag mit „Death on the Mississippi“ Premiere. Manche mögen sich nun wundern — lautet doch der ursprüngliche Titel des Buches von Christie „Death on the Nile“. Jedoch münzte die Gruppe den Text ein wenig auf sich um und lässt zum Beispiel die Gesellschaft auf dem großen Fluss in den amerikanischen Südstaaten fahren und nicht wie im Original in Ägypten.

Dies sei vor allem ihrer Zugehörigkeit zum Anglistik-Institut geschuldet, erklärt Charis Luvangadio von „Actor‘s Nausea“. Und die Zuschauer, die in der Hauptrolle des Ermittlers einen etwas rundlichen Herren mit gezwirbeltem Schnurrbart erwarten, werden von „Actor‘s Nausea“ ebenfalls überrascht. Denn Hercule Poirot‘s Rolle wurde kurzerhand auf eine weibliche Akteurin umgeschrieben — ohne Bart aber mit demselben ermittlerischen Geschick. Gespielt wird Frau Poirot von Julia Fink, die schon seit einigen Jahren in der Schauspiel-Gruppe aktiv ist und schon für viele Produktionen auf der Bühne stand.

Seit rund zehn Jahren besteht „Actor‘s Nausea“ und wagte sich bereits an Stücke wie Shakespeare‘s „Tempest“, „Robin Hood“ oder „Alice im Wunderland“. Das Besondere an den Aufführungen ist, dass stets nur auf Englisch gespielt wird. Doch vor sprachlichen Hürden müsse niemand Angst haben, der Englisch in der Schule gelernt hat, versichert Julia Glog, Studentin und Mitglied des Ensembles: Schließlich sprächen alle bewusst sehr akzentuiert und langsam.