Aachen: Praxisausbildung: Fit für den beruflichen Einsatz bei Kindern

Aachen: Praxisausbildung: Fit für den beruflichen Einsatz bei Kindern

„Ich möchten den Kindern das Gefühl mitgeben, dass man Kindheit auch genießen kann,” sagt Jana Claßen. Sie ist eine von 15 Studierenden des Faches Soziale Arbeit an der Katholischen Hochschule Aachen, die an einem Kooperationsprojekt der Katholischen Hochschule und dem Zentrum für soziale Arbeit in Burtscheid teilnehmen.

Das Zentrum für soziale Arbeit bietet verschiedene Angebote im Bereich der Familien-, Kinder- und Jugendhilfe an, dazu gehören unter anderem Beratungen, aber auch verschiedene Wohngruppen für Betroffene, die nicht in ihrer Familie bleiben oder noch nicht von einer Pflegefamilie aufgenommen werden können. Die Kinder und Jugendlichen haben meist starke Vernachlässigung in ihrer Familie erfahren, weisen Defizite in ihrer Entwicklung auf.

Erster Berührungspunkt

Für die 15 Erstsemester, die im Zentrum für soziale Arbeit an einer Einführungsveranstaltung „Klinische Soziale Arbeit in der Kinder- Jugend- und Familienhilfe” teilnehmen, ist das ein erster Berührungspunkt mit dem, was sie später auch beruflich erwarten könnte. Genau das ist das Ziel der Kooperation, wie Udo Wilschewski, Leiter des Zentrums, erklärt.

„Die Studierenden verbinden ihr theoretisches Hintergrundwissen mit der Praxiserfahrung.” Und Professor Roland Brake, Leiter des Projektes an der Katholischen Hochschule, ergänzt: „Es ist wichtig, dass die Studierenden frühzeitig erfahren, dass die eigene Person Mittel zum Handeln ist. Hier lernen sie an konkreten Personen, den Kindern und dem Team, wie sie sich einbringen können.”

Vor drei Jahren entstand die Kooperation, bei der die Studierenden einen Teil ihrer praxisbezogenen Ausbildung am Zentrum absolvieren. Doch an diesem Tag steht für die Teilnehmer erst einmal Theorie auf dem Programm. Sie erhalten Einblicke in die verschiedenen Abteilungen des Zentrums. Später können sie einen Schwerpunkt wählen, um im Januar nächsten Jahres den ersten Praxisteil, ein dreiwöchiges Praktikum am Zentrum, anzutreten.

Im zweiten Teil des Studiums kann eine weitere Praxisphase im Zentrum, die 78 Praxistage umfasst erfolgen. „Das Interesse an diesem Projekt ist bei den Studierenden hoch und wir haben in der Regel mehr Bewerber, als wir aufnehmen können”, so Brake. Unter den Teilnehmern, die es in diesem Semester geschafft haben, ist auch Sean Stevens. Chancengleichheit ist ihm wichtig, darum möchte er Kindern, die durch ihre familiäre Situation benachteiligt sind, helfen, diese Benachteiligung wieder aufzuholen. Julia Weyers hat sich ganz bewusst für ein Arbeitsfeld entschieden, das mit vielen Vorurteilen behaftet ist.

Vorurteile abbauen

Diese Vorurteile möchte sie abbauen helfen und Kindern wieder eine lebenswerte Perspektive geben. Ria Kohler hat bereits in ihrem familiären Umfeld Erfahrungen mit der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen aus schwierigen Verhältnissen gemacht und für sich gemerkt, dass das ein Weg ist, den auch sie beruflich einschlagen möchte. Sie freut sich auf die anstehenden Praxisphasen im Zentrum. „Es wäre schön, wenn wir einige d

er Teilnehmer für unsere Arbeit begeistern und im Anschluss auch halten könnten,” hofft Cornelia Wilschewski, die das Zentrum für soziale Arbeit gemeinsam mit ihrem Mann leitet. „Wir brauchen gerade in diesem Arbeitsfeld gute Fachleute.”