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Schutz für Pflegekräfte: Praktische Hilfe kommt aus dem Drucker

Schutz für Pflegekräfte : Praktische Hilfe kommt aus dem Drucker

Ingenieure des Ford Research & Innovation Center in Aachen, die sich aktuell in Kurzarbeit befinden, haben per 3D-Druck Gesichtsvisiere produziert. Die ersten 100 Exemplare hat jetzt das Luisenhospital bekommen.

Vor wenigen Tagen haben die Ingenieure Dr. Thomas Baranowski, Dr. Maik Broda und Aleksandar Bach Kontakt zum Aachener Luisenhospital aufgenommen und die von ihnen entwickelten Prototypen von Gesichtsvisieren vorgestellt. Produziert wurden diese im 3D-Drucker. Die drei engagierten Ingenieure sind im Ford Research & Innovation Center in Aachen beschäftigt. Da Ford weltweit die Produktion seiner Fahrzeuge zurückgefahren hat, befinden sich Baranowski, Broda und Bach in Kurzarbeit. Die Ingenieure haben überlegt, wie sie die gewonnene Freizeit sinnvoll nutzen können. „Da unsere 3D-Drucker im Moment nicht genutzt werden können, haben wir vorgeschlagen, damit etwas zu produzieren, mit dem sich Ärzte und Pflegekräfte in der Coronavirus-Krise schützen können“, berichtet Baranowski. Eine Idee, die von der Geschäftsführung der Ford Werke GmbH sofort unterstützt wurde. Ihre Prototypen haben sie Dr. Johanna Loskill vom Luisenhospital vorgestellt. „Gemeinsam haben wir uns dann für ein Modell entschieden“, erzählt Baranowski.

Die 100 ersten Exemplare sind jetzt fertiggestellt und dem Luisenhospital übergeben worden. „Zugegeben, die Produktionsmethode ist ein wenig zäh, immerhin dauert es zwei Stunden, bis ein Visier fertiggestellt ist. Mit 3D-Druck können wir nicht mit der Massenproduktion konkurrieren, aber in solchen Situationen viel schneller ein fertiges Produkt liefern - und dieses lokal ohne große Transportwege“, so Broda.

Im 3D-Drucker wird die Halterung produziert, das Visier selbst besteht aus Transparenzfolie, die an dieser befestigt wird. „Die Halterung ist so konzipiert, dass die Folie vom Nutzer leicht befestigt werden und immer wieder gegen eine neue, unbenutzte ausgetauscht werden kann“, erläutern die Ingenieure. Erste Tester der Gesichtsvisiere sind Dr. Johanna Loskill und der ärztliche Direktor des Luisenhospitals, Dr. Wolfram Reeker. Beide sind begeistert. „Wir werden diese an unsere Pflegekräfte vor allem auf der Isolationsstationen verteilen. Diese sind in Kontakt mit Corona-Patientinnen und Patienten. Jeder zusätzliche Schutz gegen die Tröpfchen-Infektion hilft ihnen“, betont Reeker.

Gerne bieten die Ingenieure ihre Visiere auch anderen Pflegeeinrichtungen an. Geld möchten sie damit nicht verdienen. „Selbstverständlich ist die Produktion kostenfrei, bei Interesse müsste nur der Materialpreis übernommen werden“, betonen Baranowski, Broda und Bach. Dieser liegt bei etwa 2 Euro pro Exemplar. Interessierte Pflegeeinrichtungen können sich bei Interesse per Mail unter 3dhilft@gmail.com melden.

(red)