Aachen: Positive Signale fürs Schwertbad

Aachen: Positive Signale fürs Schwertbad

Es ist lange her, dass man einen Betriebsrat des Aachener Schwertbads mit solch einem gelösten Gesichtsausdruck gesehen hat. Was nicht verwundern kann: Schließlich waren die vergangenen Jahre bestimmt von endlosen Arbeitskämpfen, knallharten Lohnverzichtsforderungen und ultimativen Schließungsdrohungen.

Und nun das: Die Mitarbeiter seien „erleichtert“, sagt der Betriebsratsvorsitzende Frank Stehr am Donnerstagnachmittag und lächelt dabei. Er selber sei „verhalten optimistisch“, fügt er hinzu. Und ja, sagt er auf Nachfrage: „Das könnte ein guter Tag für das Schwertbad sein.“

Die ungewohnten Töne aus der leidgeprüften Belegschaft der Rehaklinik, in der die rheinland-pfälzische Marienhaus-Gruppe die beiden traditionsreichen Burtscheider Kurkliniken Schwertbad und Rheumaklinik zusammengelegt hat, haben einen Grund: Mit der Krefelder Inoges AG steht ein neuer Investor vor der Tür, der an diesem Donnerstag den Mitarbeitern sein Konzept vorstellt.

Und es ist offenbar einer, der keinen Lohnverzicht fordert, nicht mit Entlassungen droht und keine Ultimaten stellt. „Er redet nicht von Lohnverzicht, wohl aber von möglicherweise reduzierten Gehaltssteigerungen“, sagt Stehr über Wolfgang K. Hoever, den Vorstandsvorsitzenden der Inoges AG, der der Belegschaft die Pläne erläutert hat. „Und das ist ja schon einmal viel besser als vorher.“

Die Pläne sehen dem Vernehmen nach vor, dass die Inoges AG das Schwertbad komplett von der Marienhaus-Gruppe übernimmt und bis Ende 2017/Anfang 2018 eine neue Reha-Klinik auf einem anderen Grundstück in Burtscheid baut. Die Rede ist von einem Investment in Höhe von rund 30 Millionen Euro. Dabei sollen alle Mitarbeiter ihre Jobs behalten.

Der neue Standort der Klinik sei auf der Mitarbeiterversammlung nicht genannt worden, heißt es. Für eine Klinik kommen in Burtscheid ohnehin nicht viele Grundstücke in Betracht. Spekuliert wurde in der Vergangenheit immer wieder über Areale an Viehhofstraße/Ferberpark sowie am Viadukt gegenüber der Kurklinik An der Rosenquelle.

Hoever bestätigt auf Anfrage, dass die Zukunft des Hauses nur in einem Neubau liegt, möchte aber zu weiteren Details noch nichts sagen. Eine Entscheidung soll nun bis Mitte Mai fallen. „Es gibt einen gewissen Zeitdruck“, sagt Hoever. Auch die Marienhaus-Gruppe hält sich bedeckt.

Die Gespräche seien auf einem guten Weg, teilt man mit. Voraussetzung für den Erfolg sei allerdings, das Vergütungssystem im Schwertbad „schrittweise so anzugleichen, dass ein auskömmliches Arbeiten möglich wird“. Nachfragen weist Marienhaus-Sprecher Heribert Frieling zurück: „Zum jetzigen Zeitpunkt muss das reichen als positives Signal, dass sich im Schwertbad möglicherweise Entscheidendes tut.“