Fünf Tote bei Unfall in Stolberg: Polizeisprecher nennt Netz-Gerüchte „menschenverachtend“

Fünf Tote bei Unfall in Stolberg: Polizeisprecher nennt Netz-Gerüchte „menschenverachtend“

Mehr als zwei Wochen nach dem schweren Unfall mit fünf Toten bei Stolberg vor Weihnachten hat die Polizei noch keinen gesicherten Beweis, dass ein illegales Autorennen stattgefunden hat. Der Unfallfahrer, der schwer verletzt überlebt hat, habe sich bisher nicht geäußert, sagte Polizeisprecher Paul Kemen am Montag.

Der 20-Jährige lasse sich von einem Anwalt vertreten. In sozialen Netzwerken war nach dem Unfall spekuliert worden, der Mann habe sich in seinem BMW mit einem anderen Auto ein Rennen geliefert. „Dafür gibt es bislang keinerlei Anhaltspunkte oder verlässliche Zeugenaussagen“, sagte Polizeisprecher Paul Kemen. Es stünden aber noch weitere Vernehmungen an. „Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen.“

Die Polizei werde auf die entsprechenden Behauptungen in den sozialen Netzwerken reagieren. Die zahlreichen Spekulationen zur Unfallursache nannte Kemen „zum Teil pietätlos und sogar menschenverachtend“. Die Polizei werde versuchen, den Absender entsprechender Einträge zu ermitteln und ihn als Zeugen zu befragen, kündigte der Polizeisprecher an.

Der 20-Jährige soll in der Nacht zum 22. Dezember deutlich zu schnell auf der Würselener Straße zwischen Stolberg-Atsch und Aachen-Verlautenheide unterwegs gewesen sein. Um der dortigen Blitzanlage auszuweichen, war er laut Polizei auf die Gegenspur gefahren und hatte so den verheerenden Unfall ausgelöst. Das Auto des Unfallfahrers stieß frontal mit dem entgegenkommenden Opel einer Familie zusammen, das in Flammen aufging.

In dem anderen Wagen verbrannten eine 44-jährige Mutter mit ihren 16 und 17 Jahre alten Kindern. In dem Fahrzeug des Unfallfahrers starb eine 21-Jährige Frau, zwei Tage später erlag auch ein 22 Jahre alter Mitfahrer seinen Verletzungen.

Der Fahrer selbst und eine 20 Jahre alte Mitfahrerin überlebten schwer verletzt. Gegen den Fahrer wird wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung ermittelt.

(red/dpa)
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