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Feuer im Camp Hitfeld: Polizei geht von Brandstiftung aus

Feuer im Camp Hitfeld : Polizei geht von Brandstiftung aus

Am Dienstagabend ist eine alte Lagerhalle auf dem verlassenen Militärgelände Camp Hitfeld in Brand geraten. Die Kriminalpolizei ermittelt wegen Brandstiftung.

Gegen 21 Uhr berichteten mehrere Anrufer von einem unklaren Brandereignis auf dem alten Militärgelände im Aachener Süden. Wie sich für die Einsatzkräfte auf der Anfahrt herausstellte, zeugte eine größere Rauchsäule bereits aus größerer Entfernung von dem Feuer.

Bei der Erkundung des weitläufigen, eigentlich abgesperrten Geländes stellte sich heraus, dass es an insgesamt drei Stellen brannte. Betroffen waren nach Feuerwehrangaben eine kleinere Menge Grünabfall und Unrat in einem offen liegenden Schacht, aber auch eine alte Lagerhalle stand in Flammen. Das etwa 40 mal 10 Meter große Gebäude lag zudem in direkter Nähe zum angrenzenden Augustinerwald und brannte bis auf die Grundmauern nieder.

Die Einsatzkräfte setzten alles daran, ein Übergreifen des Feuers auf die durch die sommerliche Trockenheit besonders gefährdeten Baumbestände zu vermeiden. Ein Waldbrand mit unabsehbaren Folgen konnte somit glücklicherweise verhindert werden.

Große Mühe bereitete den Einsatzkräften bei dem aufwändigen Einsatz „aus allen Rohren“ allerdings, dass die nächste Löschwasserquelle mehrere hundert Meter entfernt war und somit der Einsatz von mehreren Tankfahrzeugen nötig wurde. „Durch den massiven Einsatz von Löschwasser“, wie es im Einsatzbericht heißt, konnten die Brände bis etwa 23.15 Uhr erfolgreich gelöscht werden. Im Anschluss wurden umfangreiche Aufräumarbeiten eingeleitet. Einsatzkräfte und weitere beteiligte Personen wurden nicht verletzt. Genaue Angaben zur Brandursache konnten noch nicht gemacht werden, aufgrund der drei auffälligen Brandherde geht die Polizei derzeit aber von Brandstiftung aus. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

Im Einsatz waren die Berufsfeuerwehr mit Rettungsdienst sowie die Löschzüge der Freiwilligen Feuerwehr aus Kornelimünster, Sief und Brand mit insgesamt 67 Einsatzkräften.

Das frühere belgische Militärgelände, bestehend aus zahlreichen Häuserkomplexen samt Kirche und Baracken, wurde 1992 verlassen und ist mittlerweile verfallen. Der Bereich ist heute Privatgelände, Konzepte für eine neue Nutzung – etwa als Gewerbegebiet – scheiterten bislang. Als Privatgrundstück ist der Zugang strengstens verboten und per Zaun unterbunden, trotzdem wird das Areal zwischen Augustinerwald und Autobahn 44 oft illegal betreten.

Dabei kommt es immer wieder nicht nur zu Vandalismus in Form von Müll, Zerstörung und Graffiti, sondern auch zu absichtlich gelegten Bränden.

(red)