Aachen: Politik stellt Weichen für Uniklinik

Aachen : Politik stellt Weichen für Uniklinik

So kontrovers wie das gesamte bisherige Planverfahren geriet auch die Diskussion über die ersten wichtigen Weichenstellungen zum riesigen Masterplan Uniklinik, der die mehrere hundert Millionen Euro teure Erweiterung eines der größten Krankenhäuser Europas regeln soll.

Denn im Planungsausschuss wurde zwar grünes Licht für zwei von insgesamt vier Bebauungsplänen für dieses Mammutvorhaben gegeben — für das große neue Parkhaus und für den Umbau der Kullenhofstraße. Doch gerieten sich die Politiker dort einmal mehr in die Haare — und das aus vergleichsweise banalem Anlass: Da die Grünen festgestellt hatten, dass im Durchführungsvertrag für das Parkhaus die in Aachen hochgepriesene E-Mobilität mit keinem einzigen Wort erwähnt wird, wollte der Ausschuss dies nachbessern.

Allerdings kam man nicht auf einen Nenner: Während Grüne, Linke und Piraten dafür plädierten, eine entsprechende Infrastruktur in der untersten Ebene des neunstöckigen Parkhauses mit 1350 Plätzen vorzuhalten, um einen zukunftsweisenden Anreiz zu schaffen, wollten sich CDU und SPD darauf nicht festlegen. Zu groß schien bei der Mehrheit die Sorge, dass dann E-Mobilitäts-Parkplätze in großer Zahl leerstünden. So wurde gegen die Stimmen der Opposition lediglich beschlossen, eine „angemessene Ladeinfrastruktur“ vorzuhalten.

Auch für die Umgestaltung der Kullenhofstraße, die verbreitert werden muss, um den Busverkehr bewältigen zu können, setzte es Kritik. „So baut man eigentlich keine Straße mehr“, kritisierte Michael Rau (Grüne) den geplanten Radweg mit Begegnungsverkehr. Ähnliches hatten die Linken auch zur Busstation vor der Uniklinik gesagt und einen Wettbewerb für ein modernes Busterminal gefordert — doch auch dieser Antrag wurde von Schwarz-Rot abgelehnt.

(os)
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