„Bella Italia“ im Theater Brand: Plötzlich zwischen Rom und Neapel

„Bella Italia“ im Theater Brand : Plötzlich zwischen Rom und Neapel

„Grande, fantastico, perfetto!“ Am Sonntag wagte das Theater Brand mit der Premiere der Revue „Bella Italia“ einen Ausflug nach Italien. Musik zum Mitsingen, zwei, drei Portionen Humor und eine nur wenige Quadratmeter große Bühne – mehr brauchte das kleine Theater nicht, um das Publikum zu begeistern.

„Wenn Sie heute mit einem Lied auf den Lippen den Heimweg antreten, dann waren Sie bei uns richtig“, betonte Theaterleiterin und Regisseurin Wilma Gier im Vorhinein. So lange brauchte es gar nicht: Schon zur Pause summte und sang ein Großteil der Besucher gutgelaunt vor sich hin.

Das Stück handelt von den Italienern Angelo (Hanno Dahmen) und Franca (Ina Dreissiger), die das „Bella Italia“ betreiben – ein mehr schlecht als recht laufendes Ristorante. Die Angestellten sind ungepflegt, die Holzstühle wackeln und die Tischdecken hängen gelangweilt vom Tisch herab. Denn Gäste sind in dem Restaurant längst Mangelware, so dass öfter Staub als Essen auf die Teller gelangt. Doch das Ehepaar steht nicht allein da. Neben „Nonna“, Francas Mutter, versuchen auch die jungen Enzo und Gina das Ristorante zu retten, bevor es endgültig den Bach heruntergeht. Und dann betritt auch noch Restauranttesterin Drach das „Bella Italia“, die den Laden vom „Pizzeria-Image“ befreien will.

„Ti amo“, „Bella ciao“ oder „Sag mir quando, sag mir wann“: Rund 20 meist italienische Lieder brachten etwas Rom und Mittelmeer nach Brand. Die Darsteller brillierten nicht nur durch ihren authentischen italienischen Akzent, sondern auch durch fehlerfreien Gesang.

Einen großen Verdienst daran hat Martin Schmidt, Leiter der Musikschule Brand, der mit den Darstellern probte und auch selbst in der Revue mitspielt. Mit viel Witz und Neckereien sorgte das Stück nach der Idee von Patrick Gier immer wieder für lautes Gelächter.

Das Theater Brand zeigte einmal mehr, was sich Beeindruckendes aus einer winzigen Bühne zaubern lässt. Mithilfe eines detailverliebten Bühnenbildes, ein paar Weinflaschen, Tischen und italienischen Flaggen hatte der Zuschauer das Gefühl, inmitten des beschaulichen Restaurants Platz zu nehmen. In gewisser Weise stimmte das auch: Denn das Publikum fungierte nicht nur als lautstarker Chor, einige Gäste kamen auch in den Genuss einer kleinen Leckerei – serviert von der Theaterleiterin höchstpersönlich.

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