Platzmeister des ALRV geht in den Ruhestand

ALRV-Platzmeister Rolf Zillikens zieht sich mit 62 Jahren zurück : Für den Herr des Rasens ist jetzt Schluss

Diese Antwort fällt eindeutig aus. „Nein“, sagt Rolf Zillekens mit Nachdruck. Sein neues Zuhause in Forst, in das er nach dem CHIO ziehen wird, hat zwar einen schönen Innenhof, aber keinen Rasen. „Ich denke, ich habe in meinem Leben genug Rasen gemäht“, fügt der 62-Jährige hinzu. Wer will es ihm verdenken. Schließlich geht der Platzmeister des Aachen-Laurensberger Rennvereins (ALRV) nach dem CHIO in den Ruhestand. Nach 43 Jahren im Amt und 52 Jahren in der Soers.

Denn Rolf Zillekens ist auf dem Turniergelände aufgewachsen. Als zehnjähriger Junge ist er mit seinen Eltern in ein Haus im Stallbereich in der Soers gezogen. Schließlich war sein Vater bereits als Platzmeister beim ALRV angestellt.

„Als Kind habe ich sogar schulfrei bekommen, weil ich beim Rasenmähen helfen musste“ erinnert sich Rolf Zillekens an diese Zeit. 1976 schließlich übernahm der gelernte Schmied den Job von seinem Vater. „Ich habe damals in einer Zeit hier angefangen, als ich nicht wusste, was ich machen sollte. Diese Phase hat immerhin mehr als 40 Jahre angehalten“, sagt er mit einem leichten Lächeln. In dieser Zeit habe er auf dem Turniergelände so ziemlich alles schon gemacht. „Vor 2005 hatten wir ja noch eine eigene Werkstatt hier auf dem Gelände mit mehreren Angestellten“, erzählt er. „Vom Tiefbau bis zum Dachfirst haben wir hier sämtliche Gewerke selbst gemacht.“ Sogar die Holzstangen für die Hindernisse wurden in der eigenen Werkstatt hergestellt und gestrichen. Dabei habe er unheimlich viel gelernt.

Vor allen Dingen Pragmatismus. So erinnert er sich an eine Begebenheit mit einer befreundeten Journalistin. Die kam einst zu ihm in die Werkstatt, weil ein Absatz ihres Stöckelschuhs abgebrochen war. „Also habe ich den anderen Absatz schnell abgesägt, und sie konnte wieder laufen“, erzählt Rolf Zillekens mit einem Schmunzeln.

Im Vorfeld der Weltreiterspiele 2006 löste der ALRV die Werkstatt schließlich auf und vergab die Aufträge an Fremdfirmen. Und Rolf Zillekens – inzwischen in ein Haus am Soerser Weg mit direktem Zugang zum Turniergelände umgezogen – wurde zum Kontaktmann und Koordinator für die Firmen. „Was aber immer in meinen Händen geblieben ist, ist die Rasenpflege. Bis 2014 bin ich noch selbst mit dem Rasenmäher gefahren.“ Anschließend ließ seine Gesundheit das nicht mehr zu. „Wenn dann eine positive Rückmeldung von den Reitern und Sportlern zum Rasen kommt, dann bin ich zufrieden“, sagt er.

Wehmütig erlebt er sein letztes Reitturnier derzeit nicht. Klar, die 52 Jahre in der Soers wische man nicht einfach so weg, „aber ich freue mich auch auf die Veränderung, die jetzt kommt“. Ein Ruhestand soll es allerdings nicht werden, „ich hoffe, es wird eher ein Unruhestand“, sagt Zillekens. „Meine Frau und ich mussten in all den Jahren immer auf einen Sommerurlaub verzichten. Das wollen wir jetzt nachholen“, sagt er über die Reisepläne mit seiner Gattin Christa, der er für die vielen Jahre dankt. „Sie hat das alles mitgetragen. Ohne Rückhalt in der Familie hätte ich das nicht so lange machen können.“