Aachen: Platz zum Flanieren neben der Kaiserpfalz

Aachen: Platz zum Flanieren neben der Kaiserpfalz

Mehr Grün, mehr Platz zum Flanieren, weniger Blech: Die Pläne zur Aufwertung des Altstadtkerns gewinnen bald auch mit der Einrichtung einer neuen Fußgängerzone zwischen Katschhof und Klosterplatz weitere Gestalt.

Wenn die Stawag ihre Kanalarbeiten, die nach Karneval rund um die Johannes-Paul-II.-Straße starten sollen, beendet hat, wird - voraussichtlich nach der Karlspreisverleihung ab Mitte Mai - in der Ritter-Chorus-Straße mit der Sanierung begonnen.

Nach den Plänen des Düsseldorfer Büros „baum_architekten” sollen Bordsteinschwellen und Fahrbahnen zwischen „Centre Charlemagne” und Domsingschule bald Geschichte sein. Der Zugang zum Katschhof soll erweitert und mit Grauwacke und Blausteinplatten gepflastert werden. Dort soll auch das Stadtwappen, das nach der Beseitigung der Terrasse an der Rathaus-Rückfront entfernt werden musste, einen neuen Platz finden, heißt es in der jüngsten Vorlage der Verwaltung für den Planungsausschuss.

Ab 2013 geht dann der Umbau von Johannes-Paul-II.-Straße und Klosterplatz in die heiße Phase - die gesamte Maßnahme soll abgeschlossen sein, wenn anno 2014 anlässlich des 1200. Todestags von Karl dem Großen das Centre Charlemagne eröffnet wird. Wo bislang immerhin 42 Stellplätze verfügbar sind - die nicht zuletzt von den Eltern der Domsingschüler und Anwohnern intensiv genutzt werden - sollen künftig Spaziergänger ausruhen und reichlich zusätzliche Bepflanzung, unter anderem in Gestalt sogenannter Felsenbirnengewächse, einer Art großer Rosensträucher, genießen können. Abgesehen von sechs Behindertenstellplätzen soll der Klosterplatz, wie berichtet, für Pkw-Nutzer tabu bleiben. Konfliktstoff birgt die Umgestaltung indes nicht nur im Hinblick auf die ohnedies knappe Parkplatzsituation in der City.

Als keineswegs hinreichend wird nämlich auch das reduzierte Leitsystem für Seh- und Gehbehinderte am Rande des alten Pfalzbezirks betrachtet - jedenfalls seitens der Kommission Barrierefreies Bauen, wie die Verwaltung eher am Rande berichtet. Sie betont indes, dass die vorgesehenen Maßnahmen - unter anderem mit der Schaffung sogenannter taktiler Leitlinien durch alternierende Pflasterung mit Grauwacke und Blausteinplatten - ausreichend seien. Schließlich werde der Verkehr aus dem Bereich zwischen Fischmarkt und Kockerellstraße ohnedies weitestgehend verbannt.

Kosten: 1,67 Millionen Euro

Kostspielig wird die Maßnahme freilich so oder so: Insgesamt soll die Sanierung mit rund 1,67 Millionen Euro zu Buche schlagen. Ein rundes Drittel, also knapp 560 000 Euro, muss die Stadt aufbringen; der Rest wird über Fördergelder im Rahmen des Konjunkturprogramms I zur Herrichtung „nationaler Welterbestätten” gestemmt. Zeitliche - und letztlich womöglich auch finanzielle - Unwägbarkeiten liegen darüber hinaus praktisch auf der Hand: Wenn im Kern der Römer- und Kaiserstadt gebuddelt wird, sind archäologische Überraschungen bekanntlich nie auszuschließen.