Kulturwochen : Plastikmonster weist den Weg in bessere Zukunft

Kulturwochen : Plastikmonster weist den Weg in bessere Zukunft

Klima im Fokus der Kulturwochen der Maria-Montessori-Gesamtschule: 170 Schülerinnen und Schüler hatten sich dem Thema Klimaschutz gewidmet. Passend dazu gab es auch noch eine Abschluss-Ausstellung.

Schon das riesige Plastikmonster auf der Bühne zeigt, was den Schülern der Maria-Montessori-Gesamtschule in diesem Jahr besonders wichtig ist. „Das Thema Klima bewegt unsere Schüler in ganz besonderem Maße“, sagt Schulleiterin Irmgard Braun. Und das macht sich dann eben auch bei den diesjährigen Kulturwochen der Schule bemerkbar.

Über 170 Schülerinnen und Schüler der neunten Klassen haben sich zwei Wochen lang allein der Kultur verschrieben und Workshops besucht, die sie in die Welt der Künste wie Fotografie, Tanz, Theater und Musik entführten. Die Schüler konnten zwischen insgesamt 13 Angeboten wählen und unter Anleitung von erfahrenen Künstlern ihre ersten kreativen Schritte gehen. Und unter dem Titel „Wer wir sind – Wer sind wir? Sind wir wer?“ begaben sie sich dabei auch auf die Suche nach ihrer Identität.

Der 15-jährige Dario Kalamboyi Kalongo ist begeistert. Er hat mit anderen Kursteilnehmern bei einem Workshop im Ludwig-Forum jede Menge über die bildende Kunst gelernt, wie er selber meint. „Ich habe gar nicht gewusst, wie viele unterschiedliche Techniken es gibt“, sagt er. Er selbst hat drei Köpfe gestaltet, die seine „Gedanken“ gleichsam sichtbar machen sollen.

Bei der Abschluss-Ausstellung wurden all die Arbeiten, die die Schüler in dieser kreativen Phase hervorgebracht haben, ausgestellt. Eine Unmenge an Fotografien hängt an den Wänden, und neben einer sattgelben Sonnenblume steht der Satz „Wir sind das, was ihr zerstört“. In einzelnen Klassenräumen werden Videoinstallationen gezeigt, und auch die im Ludwig-Forum entstanden Zeichnungen und Bilder finden großes Interesse.

Führung durch Schüler

Erstmals führen Schüler durch die Ausstellung, bevor dann im Anschluss das große Bühnenprogramm startet: Breakdance, Theater, Trommeln und zum Abschluss eine Modenschau mit „Fashion aus Plastikmüll“ machen einmal mehr deutlich, wie vielfältig das kreative Angebot ist, das die Schüler nutzen können. „Und die hier gemachten Erfahrungen werden sie nie vergessen“, sind Monika Bepple und Anne Lowis, Kulturbeauftragte der Schule, überzeugt.

Schon lange werde der pädagogische Nutzen der Kulturwochen nicht mehr angezweifelt, ergänzt Schulleiterin Irmgard Braun. „Am Anfang hat es noch sehr großen Widerstand gegeben“, sagt sie.
Als die Kulturwochen vor zehn Jahren zum ersten Mal an den Start gingen, fürchteten Eltern und Lehrer demnach negative Folgen durch den Unterrichtsausfall. Inzwischen hat sich laut Braun aber gezeigt: Die kreative Auszeit hat positive Auswirkungen, die sogar bis in den Unterricht strahlen. Und sie passt ganz offensichtlich wunderbar ins Konzept der Montessori-Pädagogik.

Die Schüler jedenfalls scheinen den Tag der Präsentation ihrer Arbeiten in vollen Zügen zu genießen. „Viele finden hier sogar zu ihrem späteren Beruf“, erzählt Monika Bepple. Die Tontechniker beispielsweise, die für einen reibungslosen Ablauf des Bühnenprogramms sorgen, setzen ihre Leidenschaft nicht selten später beruflich fort. Andere wiederum entdecken ihre Berufung fürs Theater oder auch für die Musik. Die Band, die später auf der Bühne steht, besteht zum Teil aus Schülern, die beim Workshop zum ersten Mal intensiv mit einem Instrument gearbeitet haben.

Und wenn es nach diesen vielfältigen kreativen Erfahrungen erneut in den Unterricht geht, dann sitzen dort laut Schulleiterin Irmgard Braun zum Teil Schüler mit einem ganz neuen Selbstbewusstsein – und mit einer ganz frischen Motivation.

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