Aachen: Phosphor-Theater führt „Schwestern“ von von Theo Fransz auf

Aachen : Phosphor-Theater führt „Schwestern“ von von Theo Fransz auf

„Wir sind wie Anna und Elsa, wie Tim und Struppi, wie Pech und Schwefel und wie Arsch und Hose!“ Auf wen könnten diese Vergleiche wohl eher zutreffen als auf Geschwister? Man liebt sich, man hasst sich, man lacht und man weint zusammen. Doch was passiert, wenn auf einmal die geliebte kleine Schwester bei einem schrecklichen Unfall stirbt? Ein Szenario, über das man nicht nachzudenken vermag.

Doch genau darum geht es in dem neusten Theaterstück für Kinder des Phosphor-Theaters Aachen. In Kooperation mit dem Trauerangebot „diesseits“ der Pfarre Franziska von Aachen spielen die Schauspielerinnen Sabine Flosdorff und Katja Kuhlmann „Schwestern“ von Theo Fransz.

„Der Tod einer geliebten Person und die damit verbundene Trauer sind keine leichten Themen. Gerade deshalb ist es so wichtig, den Kindern die Angst davor zu nehmen und ihnen zu zeigen, wie wichtig es ist, darüber zu reden“, erklärte Flosdorff, die die große Schwester Mathilde spielt.

Maria Pirch, Gemeindereferentin und Trauerbegleiterin des Projekts „diesseits“, bestätigte die Relevanz der thematischen Auseinandersetzung und ergänzte, dass man Kinder nicht unterschätzen solle: „Kinder merken, wenn jemand traurig ist. Wenn in der Familie aber nicht offen über Tod und Verlust gesprochen wird, haben Kinder Hemmungen, sich zu öffnen. Ganz nach dem Motto: ‚Sonst wird die Mama noch trauriger.‘ Doch das ist der falsche Weg. Wir können den Kindern zutrauen sich der Trauer zu stellen und durch Gespräche ein Ventil dafür zu finden.“

Dass der Tod nicht zum „Tabu-Thema“ wird und Kinder zu Hause offen und unbetroffen darüber sprechen, bevor sie irgendwann einmal eine geliebte Person verlieren, ist Ziel des Theaterstücks. Inhaltlich geht es um die Schwestern Mathilde und Zus. Die kleine Zus ist vor 40 Tagen tödlich verunglückt. Für Mathilde ist sie aber immer noch da, denn jede Nacht sprechen, spielen und toben die beiden.

Die Eltern können Mathilde kaum helfen. Sie sprechen nicht über den Verlust der Tochter und befürchten, Mathilde sei durch den Schock verrückt geworden. Zus sucht ihre Schwester jede Nacht auf, weil sie will, dass diese aufhört zu trauern. Denn erst wenn sie das erreicht hat, will und kann sie beruhigt gehen.

Material für den Unterricht

Die Premiere des Stücks ist am Samstag, 16. Juni, um 15 Uhr auf der Bühne der Freien Waldorfschule Aachen, Anton-Kurze-Allee 10. Weitere Aufführungstermine sind am Samstag, 23. Juni, um 16 Uhr und am Sonntag, 24. Juni, um 15 Uhr. Kinder zahlen vier Euro Eintritt, Erwachsene acht. Lehrer und Sozialarbeiter erhalten nach Anmeldung kostenfreien Eintritt. „Schwestern“ ist für Kinder von acht bis 13 Jahren vorgesehen und dauert ungefähr eine Stunde. Nach jeder Aufführung findet eine Nachbesprechung durch die Berater des Trauerprojekts „diesseits“ statt. Unterrichtsmaterial zur Vor- und Nachbereitung in der Schule stellt „diesseits“ ebenfalls zur Verfügung.

Ab Montag, 18. Juni, bis Freitag, 6. Juli, können Schulen das Theaterstück des Phosphortheaters über die Bildungszugabe der Städteregion Aachen in ihre Schule buchen. Ansprechpartnerin ist Frau Ines Heuschkel, Telefon 5198-4335, Email: ines.heuschkel@staedteregion-aachen.de. Weitere Informationen und Anmeldung von Lehrpersonal unte phosphor-theater@mail.de oder Telefon 0151-57937563.

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