Aachen: „Philosophie trifft Politik“: Vorträge, die zum Nachdenken anregen

Aachen : „Philosophie trifft Politik“: Vorträge, die zum Nachdenken anregen

„Philosophie trifft Politik“ — unter dem Motto geht die Philosophische Matinee in die sechste Runde. Ausgerichtet vom Eine Welt Forum, dem Lehrstuhl Praktische Philosophie der RWTH, dem Institut für Wissenschaft an der RWTH, Amnesty International und Logoi — dem Institut für Philosophie und Diskurs, präsentieren die Akteure im Logoi in der Jakobstraße eine neue Vortragsreihe.

Den Auftakt macht Anja Mihr am 15. April. Ihr Thema: „Lohnt sich der zivilgesellschaftliche Einsatz für Menschenrechte? Und wenn ja, inwiefern? Das Beispiel Amnesty International.“ Die Politikwissenschaftlerin ist Leiterin und Mitbegründerin des „Humboldt-Viadrina Center on Governence through Human Rights.“ Ihr Vortrag rückt die Frage in den Fokus, welchen Einfluss Amnesty International auf die Wahrnehmung der Menschenrechte ausübt und wie sich die praktische Politik durch die Menschenrechtsbewegung seit 1961 geändert hat.

Verantwortung im Profifußball

Am 6. Mai referieren Elk Franke und Moritz Küpper über die Verantwortungsproblematik im Profifußball. Fußball findet über alle gesellschaftlichen Grenzen hinweg größere Beachtung als andere Sportarten. Welchen Einfluss dies auf die Gesellschaft hat und welche Konflikte im Hinblick auf Verantwortung entstehen, werden der Sportphilosoph Prof. Franke und der Sportredakteur Dr. Moritz Küpper beleuchten.

Den Abschluss der Reihe bildet Armin Paasch am 20. Juni. Der Referent für Wirtschaft und Menschenrechte bei Misereor widmet sich mit „Profit global — Menschenrechte egal? Unternehmen und Politik in der Verantwortung“ der Verbindung von Unternehmen und Menschenrechten. Deutsche Großunternehmen erwirtschaften fast die Hälfte ihrer Umsätze außerhalb von Europa — Tendenz steigend. Menschenrechte und Umwelt spielen dabei häufig keine Rolle. Und das, obwohl sich seit Jahren Berichte über Konflikte beim Rohstoffabbau, Umweltverschmutzung bei Kohlekraftwerken, Vertreibung für Staudämme und Unfälle bei der Textilherstellung häufen.

„Mit unseren Angeboten sprechen wir Menschen aller Altersklassen an“, betont Susanne Vaaßen vom Logoi und ergänzt: „Die Vorträge dauern 40 bis 50 Minuten, anschließend besteht die Möglichkeit zur Diskussion. Wir merken, dass die ausgewählten Themen immer sehr gut ankommen.“ Deshalb rät Vaaßen dazu, nicht zu spät vor Ort zu sein, denn die 80 Plätze seien schnell komplett belegt. Der Künstler Nikolaus Rode bildet das Rahmenprogramm zur Philosophischen Matinee. Seine Einzelausstellung „Stummer Schrei“, in der er mit Bildern und Kunstwerken zu einer neuen Menschlichkeit aufruft, kann ab dem 15. Juli besucht werden. Der Eintritt ist frei.