Aachen: Philips verkauft auch OLED-Sparte

Aachen : Philips verkauft auch OLED-Sparte

Jahrelang wurden sie als eines der zukunftsträchtigsten Zugpferde der Philips-Lichtproduktion gepriesen — die „Organic LED“ (OLED), mit denen zum Beispiel ganze Flächen zu Leuchtkörpern werden können. Doch just dieses Zugpferd will das Unternehmen jetzt verkaufen.

Das teilte Philips-Sprecher Klaus Petri am Montag nach einer Betriebsversammlung am Standort Aachen mit. In Aachen arbeiten 105 Mitarbeiter im Bereich OLED, der 2004 seine Arbeit aufnahm und in den mehr als 40 Millionen Euro investiert wurden. Erste Gespräche mit Interessenten habe es gegeben, konkret sei aber noch nichts, so Petri.

Bereits Mitte 2014 hatte Philips bekanntgegeben, die Bereiche „Lumiled LED“ und „Automotive“ — also die vor allem in Aachen mit mehr als 1000 Beschäftigten stattfindende Produktion von Lampen für Autoscheinwerfer — zusammenzuführen und mehrheitlich verkaufen zu wollen. Zum Fortgang dieser Umstrukturierung sagte Petri am Montag nichts, da am Dienstag die Bilanz des Konzerns vorgestellt wird.

Nur noch Endprodukte

Die IG Metall befürchtet seit Bekanntwerden der Pläne, dass in Aachen auf lange Sicht keine zukunftsträchtige Produktion mehr aufgebaut wird. Halogen- und Xenon-Autolampen werden als Auslaufmodelle gesehen. Die Zukunft gehört LED-Scheinwerfern, doch die werden nicht in Aachen hergestellt.

Auch bei den in Aachen hergestellten Halogen-Strahlern für den Haushalt droht ein EU-Verbot. Bei Philips hieß es am Montag, man wolle sich generell nur noch auf die Fertigung von Endprodukten konzentrieren, nicht aber auf die Produktion von Komponenten — wie etwa bei OLED.