Aachen: Pfeifkonzert: Die Landes-Azubis proben Aufstand

Aachen: Pfeifkonzert: Die Landes-Azubis proben Aufstand

Jede Menge Rasseln, Pfeifen und pinkfarbige Transparente: Die rund 50 Mitglieder der Jugend des Deutschen Beamten-Bundes (dbb-Jugend) setzten unter anderem auf Lärm, um auf dem Münsterplatz im Schatten des Doms am Dienstag auf ihre Forderungen aufmerksam zu machen.

Denn im öffentlichen Dienst des Landes wird derzeit über Gehaltserhöhungen verhandelt, doch die Gespräche kommen nicht voran: Den Jugendlichen geht es vor allem um 120 Euro mehr Azubi-Gehalt und um die Übernahme in den Beruf nach dem Ende der Lehre.

Vor allem letzteres ist sehr wichtig, denn jemand, der heute im öffentlichen Dienst eine Ausbildung mache, gehe ein großes Wagnis ein, ein bedeutend größeres als jemand, der sich für eine Ausbildung in der freien Wirtschaft entscheide.

„Wer beim Land lernt, der kann in den meisten Fällen auch nur beim Land arbeiten. Auf dem freien Markt hat er kaum eine Chance”, sagte Markus Schallenberg von der Bundesjugendleitung des Deutschen-Beamten-Bundes.

Besonders gravierend sei dieses Problem für die Verwaltungs- und Justizfachangestellten. Nach einer anspruchsvollen Ausbildung im öffentlichen Dienst gelte man bei anschließender Arbeitslosigkeit auf dem Arbeitsamt als noch schlechter vermittelbar als ein völlig ungelernter junger Erwachsener.

Die Konsequenzen seien für die Betroffenen sehr hart: „Das heißt für sie, es gibt große Probleme bei der Wohnungssuche”, so Schallenberg. „Denn wer vermietet gerne an einen Interessenten, der vielleicht bald zu den Hartz IV-Empfängern zählt”, rief Schallenberg den Zuhörern zu.

Ähnliche Probleme gibt es für Schallenberg auch bei einem Dispo-Kredit oder bei einem Autokauf, denn die Betroffenen sind mangels eines festen Arbeitsvertrages nicht kreditwürdig. „So stellt man sich seine Zukunft nach einer mehrjährigen Ausbildung nicht vor”, sagte Schallenberg.

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