Petition für eine neue Sporthalle in Aachen gestartet

Eine Halle für Aachen : Der Unmut der Volleyball-Fans wird immer lauter

Viel zu viel Zeit ist für den Volleyball-Fan Guido Lokietek schon verronnen, ohne dass etwas passiert ist. „Alle reden drüber, aber keiner tut etwas, da hab’ ich einfach mal losgelegt.“ Und so hat der IT-Fachmann am Montag eine Online-Petition für den Bau einer neuen Sporthalle in Aachen gestartet, die endlich auch den Anforderungen der Bundesliga-Volleyballerinnen Ladies in Black gerecht werden soll.

Offenbar ist nicht nur seine Geduld erschöpft, sondern auch die vieler weiterer Volleyball-Fans. Nach drei Tagen hat Lokietek schon mehr als 500 Unterstützer gefunden. Den Kommentaren auf openpetition.de ist zu entnehmen, wie groß inzwischen der Ärger über die vielen Versprechen der Politik und über die Ankündigungen des Oberbürgermeisters ist, aus denen bis heute nichts geworden ist. „Diese Hinhaltetaktik stört mich richtig“, sagt auch Lokietek, der seit fünf Jahren ein großer Fan der Ladies ist und ebenso lange das Thema Hallenneubau verfolgt.

Denn bekanntlich dürfen die Volleyballerinnen des Post-Telekom-Sportvereins (PTSV) nur aufgrund einer Ausnahmegenehmigung in der zu niedrigen Halle an der Neuköllner Straße aufschlagen. Wichtige Spiele müssen hingegen seit Jahren im 50 Kilometer entfernten Maaseik ausgetragen werden. Um den Ladies eine Zukunftsperspektive zu geben, hat der PTSV Pläne für eine gemeinsame Halle mit dem ALRV ausgearbeitet, die auf dem Gelände des alten Polizeipräsidiums an der Hubert-Wienen-Straße errichtet werden soll.

Was daraus wird, kann allerdings auch PTSV-Vorsitzender Frank Schidlowski bis heute nicht sagen. „Alle finden es gut, aber es passiert nichts“, stellt er frustriert fest. Ungeklärt ist nach wie vor die Grundstücksfrage, ungeklärt ist aber auch die Finanzierung. Allein für eine ligataugliche Halle sind rund 8,5 Millionen Euro veranschlagt, insgesamt will der PTSV 20 Millionen Euro im Sportpark Soers investieren. Noch wartet Schidlowski auf klare Signale der Stadt, ob das gewünscht ist und weiter vorangetrieben werden soll.

Umso mehr freut er sich über die Petition, von der er vorher nichts gewusst habe, die er aber gleich am ersten Tag unterzeichnet hat. So schleppend wie bisher soll es nicht weitergehen.

Lokietek wirft den Verantwortlichen in Aachen und der Städteregion vor, seit Jahren „immer nur Häppchen hinzustreuen, damit man Ruhe gibt“. Dabei will er es nicht länger bewenden lassen. „Ich will Druck machen.“ 3500 Unterschriften sind sein Ziel. Dann soll sich Städteregionsrat Tim Grüttemeier mit dem Thema befassen, den sich Lokietek als passenden Ansprechpartner ausgesucht hat. Mit seiner Kampagne „Eine Halle für Aachen“ will er nicht nur die Volleyballerinnen unterstützen. Profitieren könnten davon auch der Tanzsport oder die Ringer. Selbst Handballländerspiele kann er sich dann gut in Aachen vorstellen.