Aachen: Perspektive für Kinder in Sibirien

Aachen: Perspektive für Kinder in Sibirien

Wenn Schwester Maria Elisabeth Jakubowitz ihren Orden der Armen-Schwestern vom heiligen Franziskus in Aachen besucht, kann sie viele Geschichten aus Sibirien erzählen, viele Geschichten von Elend und Armut.

Etwa die von Wowa, der schon mit drei Jahren obdachlos war. Oder die von Andrej, der von seiner alkoholkranken Mutter völlig vernachlässigt wurde und mit sieben Jahren kein Wort sprechen konnte. Oder die von Olesja, die in ihrer Familie nur Gewalt und Ausnutzung erfahren hat. Es sind aber auch Geschichten von Hoffnung, denn alle diese Kinder haben Zuflucht gefunden in einem der zehn Familienzentren der Diözesancaritas in Westsibirien.

„Wenn ich heute sehe, wie diese Kinder wieder lächeln, eine Ausbildung machen und auch für andere sorgen, macht mich das glücklich”, sagt Schwester Maria Elisabeth. Sie ist die Direktorin des „Caritasverbands für das Bistum Verklärung des Herrn in Novosibirsk”, der seit 20 Jahren Menschen in Sibirien hilft. „In den vergangenen Jahren konnten wir eine Vielzahl von Diensten aufbauen, die auch als Modellprojekte zeigen sollen, wie soziale Hilfe aussehen kann”, so Schwester Maria Elisabeth.

In den unterschiedlichen Zentren und Heimen bekommen traumatisierte und sozial benachteiligte Kinder wieder eine Perspektive, werden Schwangere und Alleinerziehende unterstützt, pflegende Angehörige von Medizinpersonal in der häuslichen Krankenpflege fortgebildet, und in Straßenambulanzen bekommen Obdachlose medizinische und soziale Hilfe. 200 Mitarbeiter und etwa 300 ehrenamtliche Helfer engagieren sich bei diesen unterschiedlichen Diensten.

Finanziert werden diese Zentren beinahe ausschließlich von Spenden aus Deutschland, wie sie etwa vom Verein „Sibirienhilfe der Armen-Schwestern vom heiligen Franziskus” gesammelt werden. „Wir arbeiten mit dem Caritasverband in Sibirien Hand in Hand, um dessen Arbeit bestmöglich zu unterstützen”, sagt Gerhard Winkels, Vorsitzende der Sibirienhilfe. Deshalb freut er sich gemeinsam mit Schwester Maria Elisabeth über den Scheck über 1400 Euro, den Ludwig Pitz und Bernd Husung vom Männerchor Fortissimo Euregio überreichen. Ende Oktober hatte der internationale Chor ein Benefizkonzert zugunsten der Sibirienhilfe veranstaltet.

Seit kurzem hat die Sibirienhilfe einen neuen Vorstand. Bei der Mitgliederversammlungwurde Gerhard Winkels zum ersten und Schwester Katharina Maria zur zweiten Vorsitzenden gewählt. Das Amt des Schriftführers hat Schwester Maria Ursula inne, Beisitzer sind Schwester Susanne und Jadwiga Bosch. Schatzmeister ist Schwester Irmhard.

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