Streit um Ausländeramt: Personalrat kritisiert Vorschlag der Verwaltung zu Stellenausbau

Streit um Ausländeramt : Personalrat kritisiert Vorschlag der Verwaltung zu Stellenausbau

Eigentlich herrscht Einigkeit: Im Ausländeramt muss dringend etwas passieren. Das haben Verwaltung und Politik zuletzt Mitte März in der Sitzung des städteregionalen Personalausschusses einmütig festgestellt. Am Mittwoch kommt das Gremium nun wieder zusammen. Aber diesmal könnte es deutlich ungemütlicher werden.

Denn mit den Schlüssen, die die Verwaltung aus den Ergebnissen einer externen Organisationsuntersuchung zieht, ist der Personalrat nicht einverstanden.

Es geht um knapp zweieinhalb Stellen, aber es geht wohl auch ums Prinzip: Nach ihrer umfangreichen Untersuchung war die Unternehmensberatung Ramboll zu dem Schluss gekommen, dass in der Summe knapp sechs zusätzliche Stellen zu den bestehenden rund 82,5 geschaffen werden müssten, um den personellen Engpass im Ausländeramt zu beheben. In seiner Vorlage für den Personalausschuss unterbreitet Städteregionsrat und Personaldezernent Tim Grüttemeier den Fraktionen allerdings einen anderen Vorschlag: Er will nur weitere Kapazitäten in einem Umfang von gut 3,5 Stellen schaffen.

„Es waren sich immer alle darin einig, dass die Maßnahmen, die von der Unternehmensberatung am Ende als notwendig eingestuft werden, auch uneingeschränkt realisiert werden sollen“, erklärt der Personalratsvorsitzende Frank Schalge auf Anfrage unserer Zeitung. In der Tat hatte sich der damalige Städteregionsrat Helmut Etschenberg im vergangenen Jahr entsprechend positioniert – mit Verweis auf die massive Be- bzw. Überlastung der Mitarbeiter im Ausländeramt.

„Nicht eins zu eins umsetzen“

Sein Nachfolger legt die Sache allerdings etwas anders aus: „Es steht doch nirgendwo geschrieben, dass man die Empfehlungen, die aus einer solchen Organisationsuntersuchung resultieren, eins zu eins umsetzen muss“, betont Tim Grüttemeier und gibt zu bedenken. „Wir haben als Verwaltung die Aufgabe, immer auch die Gesamtplanung und die Finanzen der Städteregion im Blick zu halten.“ In diesem Sinne sei der von ihm unterbreitete Vorschlag „ein mehr als sinnvoller Kompromiss“. Und diesen habe er auch mit der Amtsleitung abgestimmt.

Den städteregionalen Personalrat kann das offenbar nicht milde stimmen. „Man muss sehen, welchem enormen Druck die Mitarbeiter im Ausländeramt seit langer Zeit ausgesetzt sind. Er ist so groß, dass die Zeit oftmals nicht mal mehr für eine vernünftige Pause reicht“, kritisiert Frank Schalge.

Am Donnerstagvormittag sollen die Mitarbeiter über die Diskussionen und die Abstimmung im Personalausschuss informiert werden. „Das wird für großen Unmut sorgen“, ist Schalge sicher und greift noch einmal die Verwaltungsspitze an: „Wenn wir die Ergebnisse einer Organisationsuntersuchung, die viel Geld gekostet hat, nicht übernehmen, können wir uns solche Dinge auch direkt sparen.“

Der städteregionale Personalausschuss wird sich am Mittwochnachmittag ab 16 Uhr im Haus der Städteregion in Aachen (Zollernstraße 10, großer Sitzungssaal/C 130) mit dem Thema in öffentlicher Sitzung beschäftigen.

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