Aachen: Per Datenbahn zum Traummobil

Aachen: Per Datenbahn zum Traummobil

Urlaub machen mit behinderten Kindern — das ist ein schwieriges Unterfangen. Bahnabteile sind zu eng für Rollstühle, ans Fliegen ist auch kaum zu denken, und für ein eigenes Auto fehlt oft das Geld. Rocker Leines, Initiator der „Hazienda Arche Noah“, möchte sich damit allerdings nicht abfinden.

„Wenn ich mir etwas in den Kopf gesetzt habe, ziehe ich das auch durch. Ich habe da ein Pitbullgen“, schmunzelt er. Bewiesen hat Bambi-Preisträger Leines, alias Uwe-Edmund Gaworski, das längst mit zahlreichen einzigartigen Angeboten für schwerkranke und behinderte Kinder, die er auf der Hazienda an der Lintertsraße mit seinen Mitstreitern geschaffen hat. Rund 150 000 Euro müssen allerdings aufgetrieben werden, um den nächsten großen Plan in die Tat umzusetzen. „Da schlackern einem schon die Ohren“, sagt Leines.

Spenden sollen gesammelt werden, um ein behindertengerechtes Wohnmobil für die „Hazienda“ zu kaufen und umbauen zu lassen. Ausgeguckt haben die Arche-Noah-Aktiven das Gefährt schon, Hubert Heinrichs, Geschäftsführer des 3H Campingcenters Heinsberg, würde den Umbau in Angriff nehmen, wenn nicht noch das Geld fehlen würde. „Das Mobil würde Eltern mit behinderten Kindern eine Flexibilität wiedergeben, die nur schwer zu toppen wäre“, sagt er.

„Rollstuhlgerechter Eingang, eine Hebebühne, entsprechende sanitäre Anlagen und ein Hubbett, das soll eingebaut werden“, erklärt Leines. „Außerdem haben wir ehrenamtliche Fahrer organisiert und eine Ärztin, die auch todkranke Kinder und deren Eltern auf einer letzten Urlaubsfahrt begleiten kann.“

Spenden gesammelt werden sollen mit einem „Pixelprojekt“. Unter http://www.hazienda-arche-noah.de/traummobil können Firmen und Privatpersonen Pixelfelder des Traum-Mobils kaufen und sich dort verlinken. Sie sollen das Foto, das das Mobil zeigt, wie es einmal werden soll, nach und nach Wirklichkeit werden lassen.

Schirmherrin des Projekts ist EU-Parlamentarierin Sabine Verheyen. „Es ist ein Traum von vielen behinderten Kindern, einmal das Meer oder die Berge zu sehen. Ein Hotel zu finden, wo Menschen mit Handicap akzeptiert werden, ist aber schwerer, als man denkt“, weiß die Politikerin. Und: „Mit dem Traum-Mobil könnte man den Familien ein Stück Lebensfreude wiedergeben.“

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