Aachen: Passionierter Porsche-Fahrer Walter Taeter erzählt von seiner Leidenschaft

Aachen : Passionierter Porsche-Fahrer Walter Taeter erzählt von seiner Leidenschaft

Beneidet oder von Vorurteilen verfolgt: Porsche-Fahrer kennen beides. Wer könnte besser darüber Auskunft geben als der Präsident des 1957 gegründeten Porsche Clubs Aachen, Walter Taeter? Mit ihm sprach Peter Pappert.

Wie wird man Präsident des Porsche Clubs Aachen? Muss man einen Wagen haben, der besonders gut gepflegt ist?

Taeter: Nein. Man muss mit den Club-Mitgliedern zurechtkommen.

Wer Mitglied werden will, muss einen Porsche haben?

Taeter: Das ist die Voraussetzung.

Reicht auch ein Modellauto?

Taeter: Nein, der muss schon straßentauglich sein.

Welches Modell haben Sie?

Taeter: Einen 911 von 2008.

Teures Hobby?

Taeter: Ja. Ich habe gerade eine Wartung hinter mir; da muss man schon richtig was auf den Tisch legen. Der Verbrauch ist auch nicht gerade niedrig. Mein erster 911er hat rund 20 Liter verbraucht.

Nicht schlecht. Und Ihr jetziger?

Taeter: Der braucht gut zwölf Liter.

Immer noch ganz ordentlich. Die Liebe muss also groß sein. Was macht die Faszination des 911 aus?

Taeter: Das ist für mich ein Kindheitstraum gewesen, den ich mir dann mit 60 Jahren erfüllt habe. Mich fasziniert, dass die Form des Ur-Porsche bis heute erhalten geblieben ist. Er ist natürlich technisch verbessert und den heutigen Anforderungen angepasst — zum Beispiel Airbag, Licht, Sitzkomfort. Der Porsche ist ein ungewöhnliches Auto und hat eine fantastische Straßenlage.

Ein ungewöhnliches Auto, sagen Sie. Was ist so ungewöhnlich? Ist es die Linienführung?

Taeter: Die Linienführung — ja, das ist es.

Was unterscheidet den Porsche von anderen klassischen Sportwagen?

Taeter: Die Linientreue. Der 911 lässt sich sofort identifizieren. Ob er 60, 70 Jahre alt ist oder von heute, nach wie vor ist es unverkennbar ein Porsche.

Den Neuen fehlen etwas die Leichtigkeit und Eleganz des Urmodells.

Taeter: Da bin ich ganz bestimmt nicht Ihrer Meinung. Das Erscheinungsbild ist immer noch ganz nahe am Ursprung.

Die Neuen sind wuchtiger.

Taeter: Natürlich. Sie müssen mehr unterbringen. Die Motoren sind leistungsstärker und größer. Die Sicherheitselemente beanspruchen Platz. Aber das klassische Porsche-Styling ist geblieben.

Gibt es eine Porsche-„Philosophie“?

Taeter: Der Porsche soll so original wie möglich sein und bleiben — im Gegensatz zum Beispiel zur Harley-Davidson. Wenn Sie die aufmotzen und — ich weiß nicht was — daran rumbasteln, wird die immer wertvoller; das sagen jedenfalls die Fahrer dieser Motorräder. Umgekehrt soll man am Porsche eben gerade nicht rumfrickeln, womöglich einen Spoiler dransetzen oder sonst was. Man muss sie lassen, wie sie sind.

Aber noch einmal zum Sinnlichen: Was macht denn fürs Auge das Besondere des Ur-Porsche aus den 60ern aus, im Vergleich zu einem Mercedes 190 SL von 1962 oder einem BMW 507 Cabriolet von 1957? Das sind doch auch sehr elegante, schön geschwungene Autos.

Taeter: Unbedingt. Warum der Porsche und die nicht? Wenn ich das erklären könnte ...

Ist es ein Gefühl?

Taeter: Ja, das ist ein Gefühl.

Beschreiben Sie es doch bitte.

Taeter: Der 911 ist immer der sportlichere Sportwagen gewesen.

Gibt es den typischen Porsche-Fahrer?

Taeter: Ich glaube nicht.

Aber Porsche-Fahrer sind doch wohl flotte, schnelle Fahrer — oder?

Taeter: Nein, Porsche-Fahrer sind sehr gesittete Fahrer. Der Porsche-Fahrer hält sich an die Verkehrsregeln.

Das setze ich voraus.

Taeter: Wir achten gerade im Club darauf, dass vernünftig gefahren, Abstand gehalten und nicht risikoreich überholt wird. Und wo können Sie heute noch 200 Kilometer pro Stunde oder schneller fahren?

Das ist aber vielleicht ganz gut so.

Taeter: Ja — auf jeden Fall.

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