Aachen: Parkplatznot eskaliert: Anwohner am Zoo sind tierisch verärgert

Aachen: Parkplatznot eskaliert: Anwohner am Zoo sind tierisch verärgert

Rekord! 2500 Tierfreunde strömten am Pfingstsonntag zum Euregiozoo. Aber nur jeder 25. Besucher ergatterte mit seinem Auto einen regulären Parkplatz vor dem Zoo. Und die Parkplatzsuche tausender Blechpiloten ärgert nicht nur die Anwohner tierisch.

„Die Leute parken sogar mitten im Drimborner Wäldchen”, ärgert sich Luitgard Gasser. „Da sind überall Reifenspuren, der Rasen ist zerstört. Keiner nimmt Rücksicht.” Ihr Nachbar Heribert Welter ist ebenfalls sauer: „Absolutes Halteverbot interessiert hier kaum einen. Manchmal fühlt man sich hier wie im rechtsfreien Raum”, wettert er.

Im Schulterschluss mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden des Tierparks, Dr. Manfred Fuchs, und Tierparkdirektor Wolfram Graf-Rudolf beriet man über Lösungen. „Unsere 100 Parkplätze reichen einfach nicht”, räumt Graf-Rudolf ein. „Deswegen bitten wir unsere Besucher, auf den markierten Parkflächen auf der Straße und vor allem entlang der Adenauerallee zu parken.

Noch besser ist es, mit dem Bus anzureisen.” Damit Autofahrer nicht mehr auf den umliegenden Wiesen parken, ließ Graf-Rudolf dort jetzt Baumstämme ablegen. Mit der Aseag laufen indes Gespräche über eine Erweiterung des Ein-Euro-Tickets an Sonn- und Feiertagen über den Bahnhof Rothe Erde hinaus bis zum Tierpark.

Und auch an einen Nebeneingang zum knapp neun Hektar großen Euregiozoo Richtung Adenauerallee wird bereits nachgedacht. Oberbürgermeister Marcel Philipp signalisierte bereits Zustimmung: „Ich halte das für eine gute Idee, um den Parkdruck zu reduzieren.”

Sorge bereitet den Anwohnern zudem, dass der potenzielle neue Pächter des Restaurants Drimborner Wäldchen, Detlev Wagner, einen Biergarten plant. Er verhandelt derzeit mit der Stadt über die Modalitäten. „200 bis 300 Außengastronomieplätze wären wohl zumindest nötig, um das Restaurant rentabel betreiben zu können”, sagt er.

Immerhin müssten mehr als 500\.000 Euro in das marode Lokal investiert werden, bevor man nach drei Jahren Leerstand wieder eröffnen könnte. Die Politik will sich bis September entscheiden. Sicher scheint, dass die Anwohner eine weitere Zunahme des Autoverkehrs kaum hinnehmen würden.

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