Parkplatz vorm Wohnheim KaWo 3 in Aachen wird jetzt bewirtschaftet

Parken am Wohnheim KaWo 3 : Studierendenwerk setzt zunehmend auf kostenpflichtige Stellplätze

Keine Zufahrt ohne gültiges Ticket: Nach zwei Jahren kostenlosen Parkens müssen die Bewohner des modernen Studentenwohnheims KaWo 3 an der Kastanienstraße nun fürs Abstellen ihres Blechs blechen.

Seit dem 1. August werden die Stellplätze bewirtschaftet. Eine rot-weiße Schranke versperrt all jenen die Zufahrt zum Parkplatz, die keinen Parkausweis beantragt haben. Kostenpunkt: 13 Euro pro Monat.

Dass die rund 180 Stellplätze mit der endgültigen Fertigstellung der Außenflächen nicht mehr kostenfrei nutzbar sein würden, sei den Bewohnern schon beim Einzug in das 2017 feierlich eröffnete Wohnheim bewusst und im Mietvertrag verankert gewesen, sagt Ute von Drathen, Sprecherin des Studierendenwerks auf Anfrage unserer Zeitung.

Unerwartet kam diese Entwicklung nun aber offensichtlich für einige Anwohner der umliegenden Straßen. Diese befürchten Konflikte zwischen Studierenden und Anwohnern. So will ein Leser, der anonym bleiben will, beobachtet haben, dass seit dem 1. August verstärkt Studierende mit ihren Fahrzeugen – unter ihnen viele mit auswärtigem Autokennzeichen – auf die öffentlichen Parkflächen im Weidenweg, Erlenweg und Seffenter Weg auswichen. „Hier ist die massive Verknappung des öffentlichen Parkangebots zum Nachteil der Anrainer, ihrer Gäste, Pflegedienste, Handwerker und Lieferanten sowie durch erhöhten Parkplatzsuchverkehr und ordnungswidriges Parken deutlich spürbar“, teilt er unserer Zeitung mit. Mit einer „weiteren Eskalation der Situation“ sei mit Beginn der Vorlesungszeit im Oktober zu rechnen.

Dass im Bereich des Kastanienwegs in letzter Zeit verstärkt ordnungswidrig geparkt werde, kann die Stadt Aachen nicht bestätigen. „Dem Ordnungsdienst ist das bislang nicht aufgefallen“, teilt das städtische Presseamt auf Anfrage mit. Auch Ute von Drathen geht davon aus, dass der Großteil der insgesamt 344 Bewohner, die den Parkplatz bislang genutzt haben, auch weiterhin auf dem Grundstück parken werden. „Vor Einführung der kostenpflichtigen Stellplätze zum 1. August wurde etwas mehr als ein Viertel davon tatsächlich in Anspruch genommen. 40 Bewohner haben seitdem einen Stellplatzvertrag abgeschlossen.“ Das entspricht etwa 22 Prozent der vorhandenen Stellplätze.

Das Studierendenwerk bietet zurzeit Flächen für insgesamt rund 1350 Pkw-Stellplätze an. Einige davon sind (noch) kostenfrei nutzbar, etwa bei den Türmen an der Rütscher Straße. Aufgrund der Instandhaltungskosten sieht sich das Studierendenwerk jedoch zunehmend in der Pflicht, Stellplätze zu bewirtschaften. Allein schon, um langfristig niedrige Mieten gewährleisten zu können. „Gemäß gesetzlichem Auftrag sind wir als Studierendenwerk dazu verpflichtet, die Mietpreise in unseren Wohnheimen möglichst stabil und sozialverträglich zu halten“, sagt von Drathen. „Wir müssen kostendeckend arbeiten, erhalten jedoch keinerlei Zuschüsse für die Bereitstellung von studentischem Wohnraum.“

Am Kastanienweg könnten in Zukunft trotz Beschrankung womöglich auch Menschen parken, die nicht im Wohnheim wohnen. „Voraussichtlich werden wir auch Nichtstudierenden auf dem KaWo-Gelände Plätze anbieten. Kapazitäten sind aufgrund des sehr großzügigen Parkplatzschlüssels vorhanden“, sagt von Drathen. Die Nachfrage dürfte sich jedoch in Grenzen halten. Schließlich habe es auch vor der Beschrankung nur wenige externe Nutzer gegeben.