Aachen: Parkhaus des Luisenhospitals beschlossene Sache

Aachen : Parkhaus des Luisenhospitals beschlossene Sache

Der Protest der Anwohner ist ins Leere gelaufen. Zumindest insofern, dass er das geplante Parkhaus des Luisenhospitals zwischen Mariabrunn- und Weberstraße nicht verhindern konnte. Und doch sind die Eingaben und Argumente der Bürger nicht vollends verpufft. Immerhin gibt es in manchen Punkten Kompromisse.

Zum Beispiel wird es mindestens einen Meter hohe Sichtblenden geben, damit die im Parkhaus umher kurvenden Autos mit ihren Scheinwerfern nicht in die Wohnzimmer der Nachbarhäuser leuchten. Zudem werden die Besucherparkplätze in den oberen Etagen zwischen 22 und 6 Uhr geschlossen.

Anfahrbar sind dann nur die 60 Anwohnerparkplätze im unteren Bereich. Zusätzlich beschlossen wurde am Donnerstag in einer Dreiersitzung von Planungs- und Verkehrsausschuss sowie Bezirksvertretung Mitte, die künftige Einbahnstraßenregelung in der Mariabrunnstraße auch in der Reumontstraße und teils auch in der Südstraße „durchzuziehen”. Das soll vor allem die Kinder der Einrichtungen an der Reumontstraße vor waghalsigen Wendemanövern der Autofahrer schützen. Beantragt worden war dieser Zusatz von der CDU.

„Den Wünschen gefolgt”

Zuvor hatten Anwohner nochmals ihrem Unmut in der Fragestunde Luft gemacht. Schließlich gebe es bereits rund 260 Parkplätze rund ums Luisenhospital, während das Parkhaus um die 300 biete. Ob dieser geringe Unterschied denn den Hochbau rechtfertige, wollte ein Fragesteller wissen. Die Verwaltung erklärte, man sei „den Wünschen des Luisenhospitals” gefolgt. Das Krankenhaus sowie das neu gebaute Ärztezentrum sollen barrierefrei zu erreichen sein, was mittels einer Brücke vom Parkhaus zur Weberstraße geschieht. Dafür, so hieß es aus Reihen des Publikums, hätte man aber auch andere Alternativen finden können. Als unbeantwortet sehen die Anwohner auch Fragen wie die nach den dort beheimateten Fledermäusen und anderen Details.

Gar nicht mehr zu Sprache kam ein Punkt, der zumindest außergewöhnlich erscheint. So war die Baugenehmigung für das Ärztezentrum erteilt worden, ohne dass bis dahin ausreichend Stellplätze für eine solche Einrichtung nachgewiesen waren. Wie Dezernentin Gisela Nacken auf AZ-Anfrage erklärte, seien dem Bauherren diese Parkplätze „gestundet” worden, was allerdings nicht unüblich sei. Wäre das Parkhaus politisch durchgefallen, hätte sich das Krankenhaus wahlweise etwas anderes überlegen oder eine „Ablöse” für jeden einzelnen Parkplatz bezahlen müssen.

Dennoch, die Politiker, die Verwaltung und Gutachter sind sich einig: Das Parkhaus bringt fürs gesamte Umfeld Verbesserungen mit sich. Zum einen werde der „Parkdruck” aus dem Viertel genommen. Bisher „kreisen” zahlreiche Autofahrer auf der Suche nach einem Platz fürs Blech umher. Außerdem gebe es für die Mariabrunnstraße eine deutliche Entlastung vom Verkehr, der - zumindest sagen das die Zahlen - um mehr als die Hälfte verringert wird. Eben weil die Straße demnächst nur noch vom Boxgraben aus zu befahren ist. In Sachen Parkhauszufahrt gibt es noch eine Änderung. Die Anwohnerparkplätze sind von der Mariabrunnstraße aus anzufahren, während Krankenhausbesucher und Patienten von der Weberstraße aus einfahren. Roland Jahn von den Grünen betonte: „Mir ist es lieber, wenn die Autos gestapelt werden, als dass sie im Viertel herumkurven.”

Verheyen verabschiedet

Das Luisenhospital hat weitere Pläne in petto, wie in den Ausschüssen klar wurde. Unter anderem einen Bau für die Schwesternschule. Im „Durchführungsvertrag” für das Parkhaus, der zwischen Stadt und Krankenhaus geschlossen wird, wird zusätzlich verankert, dass der bisherige Parkplatz auf dem Gelände wegfällt. Das hatten die Grünen beantragt.

Abschied nehmen hieß es am Ende für Sabine Verheyen, die für die CDU ins Europaparlament geht und fünf Jahre den Planungsausschuss gekonnt leitete. Dafür gab es allseits Lob, von SPD und Grünen Geschenke und von der Verwaltung einen Blumenstrauß.

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