Parkhaus Büchel in Aachen: Was kommt nach dem Abriss?

Entwicklung Altstadtquartier Büchel : Erst kaufen, später abreißen, und was kommt dann?

Mit dem Beschluss des Aachener Stadtrats, das Grundstück des Büchel-Parkhauses zu kaufen und auch weitere Grundstücke im Altstadtquartier zu erwerben, ist ein wichtiger Schritt in Richtung Sanierung des Büchels erfolgt. Es bleibt aber nur einer von vielen.

Dass das Gelände des Parkhauses Büchel bald wieder in den Händen der Stadt Aachen liegt, sehen die Fraktionen im Aachener Stadtrat als elementar wichtigen Schritt zur Entwicklung des Altstadtquartiers – und haben in der Ratssitzung am Mittwochabend einem entsprechenden Vorschlag der Verwaltung zugestimmt, das Grundstück zu kaufen.

Darüber hinaus wurde die Verwaltung beauftragt, über den Erwerb weiterer Grundstücke in Verhandlungen zu treten. Nur so, da sind sich die Kommunalpolitiker sicher, kann die Entwicklung des Nikolausviertels vorangetrieben werden. Der von Oberbürgermeister Marcel Philipp genannte Zeitplan, wonach eine neue Bebauung bereits im ersten Quartal 2023 stehen könnte, wird von einigen als unrealistisch angesehen.

Während der Oberbürgermeister sich auch ohne die Beteiligung der privaten Investoren am Entwurf des Architekturbüros „Chapman Taylor“ mit Frischemarkt, Büros und Wohnungen orientieren will, präferiert die CDU-Fraktion im Rat eine öffentliche Nutzung des Geländes. Fraktionsvorsitzender Harald Baal hatte vor einigen Wochen den Vorschlag ins Spiel gebracht, dort eine neue Heimat für die Volkshochschule und Stadtbibliothek aufzubauen. Der Vorteil dieser Lösung liegt für Baal auf der Hand: Wenn sowohl Grundstückseigentümer als auch Betreiber des Gebäudes die Stadt ist, gibt es weniger Probleme.

Als nur eine Option von vielen sehen hingegen die Vertreter der Sozialdemokraten den Bau eines neuen VHS/Bibliotheks-Komplexes. „Es gibt da so viele Möglichkeiten, die wir offen diskutieren müssen“, sagt Michael Servos, SPD-Fraktionsvorsitzender. In der Vergangenheit wurden, ob nun in der Politik oder in der Aachener Bevölkerung, eine Markthalle, eine Veranstaltungshalle, sozialer Wohnungsbau oder Einzelhandel (Trendbox und Bel Etage) ins Spiel gebracht. Klar sei jedoch, dass sich ein Neubau von VHS und Bibliothek aus Platzgründen nicht mit dem „Chapman Taylor“-Entwurf, der auch von vielen Aachener Architekten goutiert wird, unter einen Hut bringen lasse. Servos: „Es gibt für das Viertel keine einfache Lösung.“

Wie auch immer das neue Viertel aussehen wird: Das alte Parkhaus gehört nicht mehr dazu. „Den Abriss des Parkhauses Büchel hat der Oberbürgermeister schon zigmal angekündigt“, sagt Michael Rau, planungspolitischer Sprecher der Aachener Grünen, und warnt davor, „viel zu ambitionierte Zeitpläne“ in die Welt zu setzen. In der Sache sei man auf dem richtigen Weg, allein schon, weil der Abriss des Parkhauses eine neue Verkehrsführung in der Innenstadt erforderlich mache.

Nur die Überplanung des Altstadtquartiers an so eine Zeitleiste zu koppeln, wie der Oberbürgermeister es getan habe, sei der falsche Weg. „Das klingt schön, ist aber bloß Wahlkampf“, so Rau. Es komme jetzt, wenn die Grundstücke bald der Stadt gehören werden, darauf an, möglichst bald eine Stadtentwicklungsgesellschaft zu gründen. „Dann müssen wir uns qualitativ Gedanken darüber machen, was mit dem Büchel passieren soll.“

Dass eine kleinteilige Bebauung mit Geschäften und Wohnungen nicht möglich sei – so wurde es von den ehemaligen Projektentwicklern Gerd Sauren und Norbert Hermanns dargestellt – will er dabei nicht gelten lassen. „Wir als Stadt sind keine gewinnorientierte Firma. Wir sind da anders aufgestellt.“

Anfang Mai, konkret in der SItzung des Planungsausschusses am 9. Mai, soll die inhaltliche Debatte um das Büchelquartier weitergehen.

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