Aachen: Parkhaus: Am Büchel hakt es weiterhin

Aachen: Parkhaus: Am Büchel hakt es weiterhin

Warum sollte es denn auch plötzlich unkompliziert werden? Seit acht Jahren geht es rund um das Parkhaus Büchel drunter und drüber. Einmal mehr sollte nun Dampf in den Kessel. Aber: Es gibt ein neues Problem.

Den Weg für einen städtebaulichen Wettbewerb, der in allernächster Zukunft starten soll, hat der Planungsausschuss am Donnerstag in nicht-öffentlicher Sitzung zwar freigemacht. Nun jedoch wird eine andere Frage zum Knackpunkt. Dabei geht es um jenen Wohnraum, den Strabag und ECE als Bauherren des Aquis Plaza innerhalb des Alleenrings schaffen müssen.

Genau diese Verpflichtung sollte, so wurde es bereits Anfang des Jahres bei einer Pressekonferenz mitgeteilt, auf die Käufer des Parkhauses Büchel übergehen. Selbiges gehörte bisher der Strabag, die besagte Verpflichtung dort abarbeiten wollte. Aber mit dem damals angekündigten Verkauf an die Aachener Investoren Norbert Hermanns und Gerd Sauren wollte man diese lästige Pflicht — es geht immerhin um 1400 Quadratmeter — gleich mit loswerden.

Nur: Bis zum heutigen Tag ist der Kaufvertrag noch nicht unterschrieben. Käufer- und Verkäuferseite hatten diese Woche gegenüber der AZ angekündigt, dies noch im Dezember tun zu wollen. Eine Kleinigkeit fehle noch, um die es im Planungsausschuss gehen sollte. Eher eine Formalität. Doch eben die Politik sieht dies weder als Kleinigkeit noch als Formalität. Strabag und ECE hatten gegenüber der Stadt eine „Patronatserklärung“ abgegeben, den Wohnraum auf jeden Fall zu schaffen.

Diese Erklärung wollen Hermanns/Sauren mit dem Kauf übernehmen. Eigentlich ist in einem solchen Fall in Aachen jedoch eine Bankbürgschaft üblich. Und die fordert nun die Politik ein. Schließlich sind die beiden Aachener zwar potente Investoren, jedoch keine Großkonzerne à la Strabag und ECE. Um Peanuts geht es dabei indes nicht. Der zu schaffende Wohnraum wird eine siebenstellige Summe — Experten gehen von bis zu vier Millionen Euro — kosten. Eine Bankbürgschaft über diese Summe gibt es dementsprechend nicht kostenlos.

Die Frage ist, ob der Vertrag nun wie angekündigt zeitnah unterschrieben wird, auch wenn besagte „Formalität“ nicht vom Tisch ist. Norbert Hermanns ließ diese Frage offen. „Wir müssen das jetzt zunächst einmal prüfen“, sagte er auf Anfrage. Ansonsten wollte er zunächst keinen weiteren Kommentar dazu abgeben. Gespannt dürfte er in diesem Zusammenhang auf den kommenden Mittwoch schauen.

Dann steht das Thema nämlich auch auf der Tagesordnung des Stadtrates. Möglicherweise lassen sich bis dahin noch Fragen klären. Wobei es auch Politiker gibt, die solche noch haben. Denn dem Vernehmen nach gab es zu diesem wichtigen Punkt im Planungsausschuss nur einen „mündlichen Vortrag“ der Verwaltung statt einer schriftlichen Vorlage.