Aachen: Ostviertel: Ausschuss berät über Sozialentwicklungsplan

Aachen: Ostviertel: Ausschuss berät über Sozialentwicklungsplan

Freitag, der 13. November, soll ein absoluter Glückstag für die Kaiserstadt werden. Dann gilt es, die Weichen zur Verbesserung von Aachens sozialem Klima zu stellen.

Vertreter aus Politik, Verwaltung und den freien Wohlfahrtsverbänden werden sich am 13. November bei einer Sozialkonferenz zusammensetzen. Ihre Arbeitsgrundlage sind dabei die Erkenntnisse aus dem Sozialentwicklungsplan.

Der wurde nunmehr in der jüngsten Sitzung des Sozialausschusses detailliert vorgestellt. Wie berichtet, verrät das 160 Seiten starke Werk zum Beispiel, dass Aachens Einwohnerzahl, entgegen veröffentlichten Prognosen des Landes, in Wahrheit schrumpfen wird. Und es zeigt auf, dass die meisten Türken im Ostviertel wohnen und viele Asiaten sich hingegen rund um die Roermonder Straße ansiedeln. Und es listet auf, dass es in Aachen im Vergleich zu ähnlich großen Städten wenig Kriminalität gibt und dass in Vierteln mit hoher Arbeitslosigkeit das soziale Engagement sowie die Wahlbeteiligung sehr niedrig sind.

Nicht zuletzt liefert der Sozialentwicklungsplan aber auch Angaben darüber, ob die Maßnahmen, die vom Sozialausschuss beschlossen wurden, wirksam waren. Und in diesem Punkt viel die Bilanz relativ bescheiden aus. Natürlich: Zunächst einmal dankte und lobte nahezu jedes Ausschussmitglied. Der Plan sei eine gute Grundlage, die Verwaltung habe tolle Arbeit geleistet.

Mit Blick auf den Aachener Osten, der im Sozialentwicklungsplan meist in der Gefährdungsfarbe Rot erscheint, machte sich bei Ruth Wilms jedoch auch Ernüchterung breit. In den letzten Jahren habe der Ausschuss ins „Ostviertel verdammt viel Geld reingeschossen”, sagte die CDU-Vertreterin. Sowohl in Baumaßnahmen als auch in Angebote sei eine Menge investiert worden. Wilms: „Deswegen hätte ich mir gewünscht, dass das Ostviertel wenigstens in rosa und nicht in dunkelrot erscheint.”

Nachbarn einschalten

Auch Hilde Scheidt (Grüne) sieht die Zeit gekommen, Maßnahmen auf den Prüfstand zu stellen. Dass das „143. Angebot der Beratungsstellen” dem Ostviertel helfen könne, bezweifelt die OB-Kandidatin. Stattdessen solle der Blick auf die Nachbarschaften gewandt werden. Wenn die funktionierten, seien viele Maßnahmen gar nicht nötig. Erkenntnisse, die sicher am 13. November mit in die Sozialkonferenzen einfließen werden.

Bis dahin möchte Andreas Müller (Linke), der darauf besteht, die Idee zum Sozialentwicklungsplan lange vor Rotgrün gehabt zu haben, nicht warten. „Wenn wir denken, dass Maßnahmen früher erforderlich sind, werden wir sie auch beantragen”, sagte Müller, der dieses Vorgehen auch mit der Finanzkrise begründete: „Noch haben wir das Geld dazu, aber die Krise wird den Kommunen noch ganz schön auf den Leib rücken.”