Aachen: Ordnungsdienst bei Alemannia neu organisiert

Aachen: Ordnungsdienst bei Alemannia neu organisiert

Die Aufregung war zunächst groß und führte zu einer fragwürdigen Reaktion: Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes der Alemannia gingen nach Hause - vor dem Freundschaftsspiel gegen Werder Bremen.

Und dieses war - warum weiß die Deutsche Fußball-Liga - als Sicherheitsspiel eingestuft worden. Die Partie ist bekanntlich schiedlich-friedlich beendet worden. Das Nachspiel hingegen war zunächst unüberhörbar von Disharmonien geprägt, denn zahlreiche Mitarbeiter wähnten ihr Engagement bei der Alemannia beendet, fühlten sich aus der „Alemannia-Familie” ausgeschlossen.

Dabei ist offensichtlich das Gegenteil der Fall, wie Alemannias Geschäftsführer Frithjof Kraemer am Donnerstag ausdrücklich betonte: „Wir wären doch blöd, treue Leute vor den Kopf zu stoßen.”

Nichtsdestotrotz kommt es zu einer grundlegenden Neuordnung des Sicherheitsdienstes, die im Zusammenhang mit dem Umzug ins neue Stadion steht. „Für den neuen Tivoli brauchen wir ein anderes Sicherheitskonzept, das mit Polizei, Feuerwehr, MHD und Stadt Aachen erarbeitet worden ist.

Und dieses Konzept setzt höhere Qualifikationen voraus”, skizziert der Geschäftsführer die Herausforderungen. Dazu gehöre auch, dass die Sicherheitskräfte geschult, möglicherweise zertifiziert sein müssten. Und zu diesem Zweck brauche die Alemannia einen neuen Partner, da dieser Bereich nicht zu den Kernkompetenzen einer Fußball GmbH gehöre. Diesen Partner hat man in einem Aachener Sicherheitsunternehmen gefunden, in dessen technische Zuständigkeit jetzt alle bisherigen und neuen Sicherheitskräfte fielen.

Das hat man dem Personal auch so mitgeteilt, allerdings zu einem - so gibt Kraemer zu - „schlechten Zeitpunkt”, nämlich vor der Werder-Partie. Die Botschaft ist offensichtlich missverstanden worden, denn viele Betroffene hätten wohl befürchtet, nicht bei der Alemannia beschäftigt zu werden. Ungefragt den Dienst zu quittieren, sei aber auch ein mehr als fragwürdiges Verhalten.

Am Mittwochabend habe man nun dem Personal bei einer internen Versammlung den Stand der Dinge mitgeteilt, aber auch klar gemacht, dass die Alemannia ein Sicherheitskonzept nicht kreieren könne, sondern klare Vorgaben habe.

Künftig müsse man 300 qualifizierte Ordner bereitstellen, bisher sind dies gut 150. Den Lohn bekommen die Beschäftigten auch weiterhin von der Alemannia, die auch Vertragspartner bleibe. Die inhaltliche Ausgestaltung des Dienstes und die Qualifizierung liege aber in Händen der Aachener Sicherheitsfirma. Diese habe man im übrigen auch auf Empfehlung des städtischen Ordnungsamtes ausgewählt. Unter anderem sorgt die Firma beim Musikfestival „Rock am Ring” für Ordnung.

Zwei weitere Aspekte betonte Frithjof Kraemer zusätzlich: Es werde nicht zu Gehaltseinbußen kommen. Und es sei wichtig, dass die Alemannia die Durchgriffshoheit behalte. Deshalb habe man auch keinen externen Sicherheitsbeauftragten engagiert, sondern diese Aufgabe in die Hände des Projektleiters für den neuen Tivoli, Stephan van der Kooi, gelegt.

Von der ein oder anderen lieb gewonnenen Gewohnheit müsse man sich allerdings verabschieden. „Eine neue Zuteilung der Bereiche und des Personals ist unvermeidlich. Da müssen wir schon eine Portion Flexibilität einfordern”, so der Geschäftsführer.