Aachen: Oppenhoffallee: Opfer mehrfach in Rücken gestochen

Aachen: Oppenhoffallee: Opfer mehrfach in Rücken gestochen

Es gab lautes Geschrei, Hilferufe, vermutlich auch einen Kampf und viele Messerstiche: Brutale Szenen müssen sich am Dienstagmittag in einem Mehrfamilienhaus in der Aachener Oppenhoffallee abgespielt haben, als ein bislang unbekannter Täter eine 71-jährige Frau in ihrer Wohnung ermordete.

Nach AZ-Informationen erlitt das Opfer mindestens zehn Messerstiche — neunmal soll der Täter die Frau in den Rücken, einmal in die Brust gestochen haben. Die Staatsanwaltschaft bestätigt am Mittwochnachmittag nur, dass die Frau erstochen worden sei. Zur Anzahl der Messerstiche will sich Oberstaatsanwalt Robert Deller noch nicht äußern. „Die Obduktion hat ergeben, dass ein Messerstich in den Oberkörper todesursächlich war“, sagt er lediglich.

Die Hoffnung, dass die Obduktion darüber hinaus ausreichende Hinweise liefert, die eine genaue Rekonstruktion des Tatgeschehens ermöglichen, habe sich nicht erfüllt. „Wir können noch nicht genau sagen, was in der Wohnung passiert ist“, erklärt der Sprecher der Aachener Staatsanwaltschaft. Allerdings gebe es durchaus „gewisse Hinweise“, dass die Frau sich gewehrt habe und es zu einem Kampf gekommen ist.

Auch zum möglichen Motiv des nach wie vor flüchtigen Täters könne man noch keine genauen Aussagen machen. So sei es ausgesprochen schwer zu bewerten, ob es sich beispielsweise um einen Raubmord handelt. „Die Frau lebte alleine, und wir wissen nicht, ob und wo sie besondere Wertgegenstände aufbewahrte“, sagt Deller. Auch die Vernehmungen der Angehörigen hätten da keine sicheren Erkenntnisse erbracht.

Diese Frage könnte nur der Täter beantworten, doch fehlt von diesem nach wie vor jede Spur. Die Ermittler haben am Mittwoch noch einmal ihren dringenden Fahndungsaufruf erneuert und hoffen darauf, dass sich noch Zeugen melden. Gesucht wird ein 30- bis 35-jähriger Mann, der 1,80 bis 1,85 Meter groß und schlank ist, kurze dunkle Haare trägt und zur Tatzeit ausgesprochen dunkel gekleidet war. Wer diesen Mann am Dienstag zwischen 11.30 und 12 Uhr im Bereich der Kreuzung Oppenhoffallee/Viktoriastraße gesehen hat, soll sich sofort bei der Polizei melden.

Dort sei eine solche Person von mehreren Zeugen beobachtet worden — beim Betreten und Verlassen des Tathauses wie auch danach an besagter Kreuzung —, die sich mehrfach in verdächtiger Weise umgeschaut habe. „Uns interessiert, wo dieser Mann hergekommen ist und wo er hingegangen ist“, sagt der Oberstaatsanwalt. Man setzt darauf, dass noch ein möglicherweise entscheidender Hinweis kommt: „Das ist dort ja um diese Tageszeit eine belebte Ecke, der Verdächtige muss eigentlich vielen aufgefallen sein.“