Aachen: Opfer starben durch tiefe Stiche in die Brust

Aachen : Opfer starben durch tiefe Stiche in die Brust

Im Prozess vor dem Aachener Schwurgericht gegen den mutmaßlichen Messerstecher, der im Mai in Aachen eine 71-jährige Frau und einen 55-jähriger Mann durch tiefe Stiche ins Herz getötet haben soll, berichtete am Donnerstag die Rechtsmedizinern Sibylle Banaschak.

Die Todeszeit bei der in der Oppenhoffallee lebenden Frau sei 12.15 Uhr gewesen. Die Tat habe sich der Spurenlage nach in der Nähe der Spüle in der Küche abgespielt, sagte die Ärztin den Richtern.

Sie verwies insbesondere auf einen tiefen Stich mit einem Küchenmesser von vorne in die linke Brust. Das Messer traf das Herz, die 71-Jährige verblutete innerhalb kürzester Zeit. Auf dem Rücken habe es in einem Rechteck weitere neun Einstiche gegegen, die jedoch weniger tief gewesen seien.

Das gleiche Muster zeigte der Leichnam des zweiten Opfers, eines 55-jährigen Bewohners des Übergangsheimes in der Kongressstraße. Auch bei ihm war der Stich ins Herz tödlich. Weitere Stiche im Rücken kamen hinzu.

Der wegen zweifachen Totschlags angeklagte Pflegehelfer Sven W. (31) hatte bekundet, er könne sich nicht mehr an die Einzelheiten der Taten erinnern. Zuvor gab sein Großvater im Zeugenstand bereitwillig über den Enkel Auskunft. Der habe ihn seit er, der Opa, in Aachen wohne, regelmäßig besucht und im vergangenen Jahr auch immer wieder des Mittags mit warmen Mahlzeiten bekocht.

Der 73-Jährige berichtete, dass sein Enkel in letzter Zeit auffällig vergesslich gewesen sei und zu viel Alkohol konsumiert habe. Die Ärzte hätten ihm zudem seit Jahren Antidepressiva verschrieben.

Des Weiteren berichtete der Großvater über epileptische Fälle, die bei Sven W. im Alter von 20 Jahren begonnen hätten.

Der Prozess geht erst im Januar 2014 mit dem Gutachten der psychiatrischen Sachverständigen weiter.

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