Aachen: „One Billion Rising“: Tanzen für ein friedliches Miteinander

Aachen: „One Billion Rising“: Tanzen für ein friedliches Miteinander

„Erhebt euch! Befreit euch! Tanzt!“ Unter diesem Slogan findet auch in diesem Jahr wieder die „One Billion Rising“-Aktion für eine Welt ohne Gewalt, Sexismus und Ungleichheit statt. Die internationale Kampagne startete 2012. In Aachen wird sie vom Frauennetzwerk in Kooperation mit vielen weiteren Beratungsstellen und Teilnehmern aus Politik und Gesellschaft organisiert.

„Jedes Jahr am 14. Februar stehen wir auf, in einer großen Gemeinschaft, um auf tagesaktuelle Probleme, wie häusliche Gewalt, ungleiche Behandlung auf dem Arbeitsmarkt oder sexuellen Missbrauch aufmerksam zu machen! Wir möchten Betroffene ermutigen, über das zu reden, was ihnen widerfahren ist und Hilfe anzunehmen“, erklärte Renate Wallraff, Leiterin des Beratungszentrums der Diakonie und stellvertretende Vorsitzende des Frauennetzwerks der Städteregion.

Auf der ganzen Welt wird am Mittwoch, 14. Februar, demonstriert, diskutiert und getanzt. In Aachen startet die Aktion um 17 Uhr am Elisenbrunnen. Mit dabei ist auch Angelika Gey vom Verein Frauen helfen Frauen, einer Beratungsstelle für Frauen und Mädchen bei häuslicher Gewalt: „In den vergangenen Jahren haben verschiedene Maßnahmen kleine Erfolge in der Politik bewirkt. Das ist gut. Doch die häusliche Gewalt nimmt nicht ab. Im Gegenteil, die Fallzahlen steigen an. Das liegt möglicherweise daran, dass sich immer mehr Frauen trauen, darüber zu sprechen.“

Konsequenz dessen ist, dass die Frauenhäuser in der Region eine konstante Belegung von 90 Prozent aufweisen. „Es ist jedes Mal sehr schwer, im Akutfall einen Platz für die Betroffene zu finden“, ergänzte sie.

Deshalb demonstrieren die Teilnehmer von „One Billion Rising“ auch für ausreichende Finanzierung von Beratungs- und Betreuungsangebote, insbesondere für Opfer sexualisierter und häuslicher Gewalt. Über die Jahre haben sich immer mehr Frauenverbände und soziale Einrichtungen zusammengeschlossen, um gemeinsam mehr erreichen zu können.

„Das ist auch die Besonderheit von ‚One Billion Rising‘“, erklärte Ann-Katrin Steibert vom Deutschen Gewerkschaftsbund. „Das große Gemeinschaftsgefühl führt zu einer unfassbaren Power. Es ist wie eine ‚Selbststärkung‘ durch die Gruppenzugehörigkeit.“

Am Aktionstag gibt es unterschiedliche Reden, die informieren, sensibilisieren und zum Handeln anregen sollen. Dazwischen wird getanzt. Wie in den letzten Jahren wird weltweit eine Choreografie zu demselben Lied gemacht. Der Tanz sei zwar nicht schwer, aber wer im Vorfeld einmal üben möchte, kann am Samstag, 10. Februar, um 14 Uhr in der Bleiberger Fabrik, Bleiberger Straße 2, an einem kostenlosen Tanzworkshop unter der Leitung von Lazara Grettet Saez Alfonso teilnehmen.

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