Aachen: Öcher Tüen helfen den Ärmsten der Armen

Aachen: Öcher Tüen helfen den Ärmsten der Armen

Der Mann kann es einfach nicht lassen - und das ist gut so. Denn wenn es darum geht, Kindern zu helfen, zeigt Herbert Oprei die Kondition, die ihn in jüngeren Jahren auch als Langläufer auszeichnete. Er hat eine Bärenkondition.

Nicht nur die Öcher-Platt-Freunde wissen, dass der diesjährige Träger des Thouet-Mundartpreises die Schulkinder in Ruanda zu seiner Herzensangelegenheit gemacht hat. In der Nachfolge des Projekt-Gründers Franz Baumann sammelt Oprei Gelder, um Kinder und deren Familien in dem bettelarmen afrikanischen Staat zu unterstützen. Und dafür möchte der Meister des Öcher Platt seine aktuelle Popularität nutzen: Am Samstag, 3. November, lädt er ab 19 Uhr (Einlass 18 Uhr) in den Krönungssaal des Rathauses. Dort wird Herbert Oprei eine Auswahl seiner schönsten Öcher-Platt-Geschichten und -Gedichte kredenzen.

Dazu freut er sich, dass„Capella a Capella” den Benefizabend musikalisch mitgestalten. Dazu wird eine Expertin auch mit Bildern über das Projekt berichten. Denn die Situation der Kinder in Ruanda macht weitere Unterstützung dringend notwendig. Die arme Stadtbevölkerung kann die Miete nicht bezahlen und muss die Städte verlassen. Die Eltern können das Schulgeld nicht finanzieren, das zum Besuch der Sekundarschule unabdingbar ist, ganz zu schweigen von Schulspeisung und -uniform. Viel drastischer sind die allgemeinen Lebensumstände. Viele Menschen müssen in ärmsten Hütten leben, es fehlt an allem, sehr viele Jugendliche sind ohne Arbeit.

Genau in diesem Punkt setzt das Ruanda-Projekt an, dessen Verantwortliche im ständigen Austausch mit Aachen sind. So werden die Kosten für einen geregelten Schulbesuch übernommen. Familien in Not erhalten Nahrung und Medikamente, Jugendliche ohne Schulabschluss eine handwerkliche Ausbildung. Ein weiterer Schwerpunkt der Hilfe sind die Kinderfamilien, in denen Waisenkinder und Geschwisterkinder leben. Sie können in kleinen Häusern leben und bekommen von den Benebikira-Schwestern Nahrung, Gesundheitsversorgung und die Möglichkeit zum Schulbesuch.

Vielen Jugendlichen konnte so zu einem eigenständigen Leben verholfen werden. Und sie geben die selbst erfahrene Hilfe so gut sie können weiter. Damit dies alles funktioniert, ist das Projekt selbst auf Hilfe angewiesen. „Wenn der Krönungssaal voll ist, können wir von hier aus einen weitere Beitrag leisten”, hofft Herbert Oprei auf viele Interessenten an seinem Abend.

Tickets kosten an der Abendkasse elf Euro; im Vorverkauf kosten sie zehn Euro und sind beim Empfang des Zeitungsverlages an der Dresdener Straße und im Mediastore von Zeitungsverlag und NetAachen an der Großkölnstraße 56 erhältlich.

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