Öcher Platt: Markus Dederichs erhält den Thouet-Preis der Stadt Aachen

Bekanntgabe im Rathaus : Markus Dederichs mit Thouet-Preis überrascht

Der 30-Jährige Markus Dederichs fesselt Zehntausende über digitale Kanäle mit und auf Öcher Platt. Nun erhält er den Thouet-Preis der Stadt Aachen für seine Verdienste als „zeitgemäßen Botschafter“ der Aachener Mundart.

Er schreibt „Leck mich in de Täsch“ auf Jute-Taschen, erklärt Bonmots wie „Au banan“ und „Saukäs“ – und Zehntausende folgen dem 30-jährigen Aachener nicht nur auf seiner Homepage www.oecherwoerter.de. Via Facebook, Twitter und Instagram veröffentlicht der Öcher seit Jahren allerlei Witziges und Wissenswertes zum und aus dem Öcher Platt. Jetzt gibt’s auf den eigenen Kanälen umso mehr zu berichten. Denn Markus Dederichs wurde am Mittwochabend im Rathaus bei einem kleinen, feinen Empfang von der Nachricht überrascht, dass er am Dreikönigstag, 6. Januar 2020, im Krönungssaal als nächster Thouet-Mundart-Preisträger ausgezeichnet wird.

Eigentlich soll er nur sein Projekt vorstellen; Punkt 19.45 Uhr steht er selbst im Mittelpunkt. Was den eher stillen Liebhaber der Öcher Mundart sichtlich bewegt. „Och herm!“ Unter einem Vorwand ist er ins Rathaus gelockt worden, ahnt nichts – und dann das: „Lesens- und sehenswert ist das, was Markus Dederichs mit seinen Mitstreitern als moderner Botschafter für das Öcher Platt leistet“, lobt Oberbürgermeister Marcel Philipp. In regelmäßigen Abständen veröffentlicht der nunmehr in Köln lebende Marketing- und Medienwissenschaftler Öcher Wörter in Postkarten-Optik, beleuchtet auf diese Weise kurz und prägnant Öcher Eigenarten. Kreiert haben Markus Dederichs, Thomas Güldenpfennig und Simon Gerads auch eine kreative Produktpalette mit Aachen-Motiven – siehe Tassen-Set und Jute-Tüte.

Thouet-Mundartpreis-Vorsitzender Ägid Lennartz betont: „In diesem Jahr zeichnen wir jemanden aus, der das Öcher Platt nicht auf die Bühne bringt, der keine Gedichte schreibt oder Vorträge hält. Diesmal zeigen wir mit unserem Preisträger eine andere, ausgesprochen zeitgemäße Variante, unsere Heimatsprache zu fördern und sie in die Welt zu tragen.“ Gerade dieses Engagement des zurückhaltenden Zeitgenossen Dederichs beeindruckt Philipp und die Thouet-Truppe. Denn so bleiben viele auswärtige Öcher rund um den Globus tief emotional mit ihrer Heimatstadt Aachen verbunden – auch dank deftigem Dialekt: „Saukäs! Au Hur!“ Bereits am Mittwochabend klatscht die geladene Gästeschar Applaus für den jungen Mann, der mit feuchten Augen sagt: „Ich bin so unfassbar dankbar.“ Hömmele Gratulanten stehen Schlange – und sagen Dederichs für sein tolles Projekt jetzt schon „dubbele merssi“.

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