„Öcher Fans för Kenger“ ermöglichen Heimkindern den Besuch des Tivoli

Pokalkracher gegen Leverkusen : „Öcher Fans för Kenger“ bringt Heimkinder auf den Tivoli

Ganz besondere Gäste werden am Samstag vor dem Anpfiff um 15.30 Uhr im Tivoli begrüßt, exakt 232 an der Zahl. Es handelt sich um 232 Kinder und Betreuer aus Kinderheimen beziehungsweise Jugendzentren der Städteregion.

Die Tatsache, dass sie das Spiel gegen Bayer Leverkusen live im Stadion verfolgen können, haben sie dem Verein „Öcher Fans för Kenger“ zu verdanken.

Ein Verein mit einem selbsterklärenden Namen (>Info), denn bereits mehrfach hat der Verein von Alemannia-Fans unter dem Vorsitz von Maciej Lukomski Kinder aus sozialen Einrichtungen zu Spielen der Alemannia eingeladen. Dabei ging es im aktuellen Fall weniger um finanzielle als um organisatorisch-ideelle Hilfe. Konkret: „Wir haben Fans, Privatleute und Firmen gebeten, nicht benötigte Karten zu spenden“, schildert Lukomski, wie es zu den 232 Tickets kam.

In der Tat hätten viele Dauerkarteninhaber und Mitglieder ihre Karten bezahlt und für die „Öcher Fans“ im Ticketshop hinterlegt – obwohl oder weil sie selbst in Urlaub waren. Dank der Spende eines Unternehmens bekommen die Kinder vor dem Spiel am 10. August zudem noch einen Fan-Artikel. „Unser Aufruf war: Wenn die Fans eine Karte für die Kinder sponsern, legt der Verein Öcher Kenger eine Stadionwurst mit alkoholfreiem Getränk drauf.“ So wird also ein komplettes Stadionerlebnis kredenzt, in dessen Genuss Kinderheime und -zentren kommen.

Voller Tivoli: Zuletzt sah man das 2015 beim Regionalligaspiel gegen Rot-Weiss Essen. Beim DFB-Pokalspiel gegen Leverkusen bietet sich am Samstag eine ähnliche Kulisse. Foto: Marcel Decoux

Weniger relevant sind für die Kinder einige Veränderungen im Stadion, die aber dennoch Bedeutung haben. Die gesamte Werbung muss entfernt oder gedreht werden, was zum Beispiel bei den Anzeigetafeln nur mit Kletterern funktioniert. Das Spiel ist auch ein Medienereignis, was einen Einsatz der Abteilung rund um Stadion-Manager Bernhard Deil am Samstag ab 8 Uhr morgens erfordert. Für neun Kameras müssen die Leitungen durch die Leerrohre gezogen werden. Zu diesem Zeitpunkt ist die Brandschutzbegehung längst erfolgt, die Ordner müssen eingewiesen werden. Und nach Abpfiff ist Saubermachen angesagt, denn ähnlich wie bei der Sicherheit und beim Brandschutz sagt Bernhard Deil auch hier: „Bei Hygiene gibt es keinen Spielraum.“

Den soll es sehr wohl zwischen den Fan-Blöcken auf der Nordtribüne geben, denn hier könnten theoretisch die Schwarz-Gelben auf die Rot-Weiß-Schwarzen treffen – wenn nicht entsprechende Vorsorge getroffen wäre. Bei der Sicherheitsbesprechung wurde nämlich auf Wunsch der Polizei neben dem 2,20 Meter hohen Zaun mit Sägezähnen ein Bereich ausgewiesen, in dem Plätze frei bleiben müssen. Über drei bis vier Reihen werden in der gesamten Höhe der Tribüne Netze ausgebreitet, neben denen Polizeibeamte stehen werden. Selbst wenn „Fans“ ins gegnerische Lager stürmen wollten, würden diese Attacken schnell in den Netzen und schlimmstenfalls den Armen der Polizisten enden.

Außergewöhnlich gewaltbereite Fans aus Leverkusen erwartet die Polizei nicht. „2500 kommen wohl mit dem Zug, die begleiten wir bis ins Stadion und später wieder zurück“, erklärt Polizeisprecher Paul Kemen. Ansonsten gelte wie immer: strikte Trennung der Gruppierungen. Verstärkung bekommt die Aachener Polizei aus Wuppertal, Düsseldorf und Mönchengladbach. Nicht besetzt werden maximal rund 900 der 32.960 Plätze. Immerhin sind bis zu 5000 Tickets in die Stadt mit dem Bayer-Werk gewandert. Und das war’s dann auch: Die Tageskassen werden nach Stand der Dinge nicht mehr geöffnet.

Wichtige Bus-Infos

Einen kleinen symbolischen Treffer haben in jedem Fall die Aachener Netzwerker gelandet. Im wahren Wortsinn, denn fürs Pokalspiel werden erstmals schwarz-gelbe Netze in die Tore gehängt. Vielleicht ein gutes Omen…

Parkplatzstress kann ganz leicht vermieden werden, denn beim DFB-Pokalspiel gilt die Eintrittskarte als Kombi-Ticket für die Hin- und Rückfahrt. Wichtig: Das Ticket kann ausschließlich auf den Linien der Aseag genutzt werden. Es gilt nicht als kostenloses Ticket für die Hin- und Rückfahrt mit allen Bussen und Bahnen im Aachener Verkehrsverbund (AVV). Angesichts der erwarteten Zuschauerzahl setzt die Aseag zusätzliche C-Shuttlebusse ein: ab 12.30 Uhr im Zehn-Minuten-Takt ab Aachener Hauptbahnhof und ab 12.30 Uhr im Fünf-Minuten-Takt ab Aachener Bushof. Auch die Linie 51 fährt direkt vom Bushof zum Tivoli.

Mehr von Aachener Zeitung